Während der Wintermonate, wenn Mangel an frischem Viehfutter besteht, liegt der Verbrauch an Sojabohnen-Schrot/Mehl am höchsten. Da es als proteinreicher Ergänzungsstoff auch nach der kalten Jahreszeit dem Futter beigemischt und in der Lebensmittelindustrie das ganze Jahr verarbeitet wird, schaut man mit Eintritt in den Frühling auf die verbliebenen Lagerbestände an Sojabohnen, die den Verbrauch an Sojabohnen-Mehl bis zur neuen Ernte mit Beginn im September sichern sollen.

Da Sojabohnen-Mehl aber nur bedingt lagerfähig ist, sind die Verbraucher gezwungen, kurzfristig zu kalkulieren und immer wieder nachzukaufen und sich an den Preisen der einzelnen Terminmonate Mai und Juli zu orientieren. Dies treibt wiederum die Bull-Spreads, bei denen die den Sommermonaten zugewandt liegenden Termine gekauft und die nachfolgenden verkauft werden.

Dieses Marktverhalten hat ein saisonales Muster geprägt, nachdem in 13 der letzten 15 Jahre der Spread Juli Sojabohnen-Mehl Long gegen  September Sojabohnen-Mehl Short am 04. Mai günstiger als am 20. März geschlossen hat. Im Zuge der Zollstreitigkeiten zwischen den USA  und China und der seitens Chinas erhobenen Zölle auf US-Produkte, waren die US-Exporte für Soybean Meal soweit zurückgegangen, dass sich  der Spread Juli/September auf historische Tiefststände verschoben hat.

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