Wie gerade angesprochen, zeigte der Euro in den vergangenen zwei Wochen eine ausgeprägte Schwäche gegenüber dem Dollar. Doch das könnte erst der Anfang einer längeren Abwertungsphase sein. Dabei sprechen sowohl fundamentale als auch technische Gründe für eine weitere Schwäche. Fundamental ist es vor allem die schon mehrfach beschriebene Zinsdifferenz zwischen amerikanischen und europäischen Staatsanleihen.

Die Marktzinsen haben auf diese Perspektive längst schon reagiert. So zeigten die zehnjährigen US-Staatsanleihen bereits Renditen von über 3%. Die Spreads zwischen den Dollar- bzw. Euro-Renditen haben sich dadurch nochmals vergrößert und neue Höchststände seit mindestens 1989 markiert. In der Praxis bedeutet dies: Anlegergelder fließen verstärkt wieder in den Dollar-Raum, was zu einer entsprechenden Aufwertung des Greenback führt. Dieser dürfte generell auch davon profitieren, dass die Märkte davon ausgehen, dass Amerika den weiterhin schwelenden Handelsstreit insbesondere mit China, aber auch mit Europa, deutlich zu seinen Gunsten beilegen kann.

Und noch ein Aspekt erscheint uns interessant. Hatte der Dollar im vergangenen Jahr faktisch nicht auf die eingeleitete Zinswende der US-Notenbank reagiert, könnten die aktuellen Gegenbewegungen ein Indiz dafür sein, dass nun der Zinsdruck den quasi Rubikon überschritten hat und der Greenback nun anfängt, auf das aktuelle und erwartete Zinsniveau zu reagieren.

Dieser Inhalt ist nur für ICM Premium Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren