Es hatte zeitweise kritischer ausgesehen, was viele Chart-Fans unter den Investoren erst einmal aus dem Markt trieb oder sie von Käufen abhielt. Gründe hierfür gab es ohnehin genug: Zollstreit und Irankonflikt drücken schon seit Wochen auf die Konjunkturperspektiven. Nun hat wenige Tage nach der Europäischen Zentralbank auch die US-Notenbank ihre Bereitschaft zur Lockerung der Geldpolitik bestätigt.

Die Fed wird bei der Sitzung im Juli die Geldpolitik wohl aber nur dann lockern, wenn das geplante Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und  seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping Ende Juni auf dem G20-Gipfel in Japan keine tragfähige Lösung im Handelsstreit der beiden Länder bringt. Es ist  also nicht mehr die Frage ob, sondern wie oft die Fed im zweiten Halbjahr die Zinsschraube lockern wird. Mit fast 100%-iger Wahrscheinlichkeit geht der  Markt von zwei Zinssenkungen aus, aber auch drei werden mit immerhin 75%-iger Wahrscheinlichkeit erwartet.

Möglich ist so eine Erwartung vor allem, weil die befürchtete Lohn-Preis-Spirale augenblicklich nach unten zeigt. Außerdem tendiert die für die Fed  entscheidende Einschätzung der zukünftigen Inflationsrate von über 2% im ersten Quartal wieder in Richtung 1,5%. Sie folgt damit der Entwicklung der  Lohnstückkosten in den USA.

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