Es gibt wenige Monate im Kalenderjahr mit einem so schlechten Ruf wie den September. Auf den ersten Blick reiht sich auch der diesjährige September trotz der schon hinter uns liegenden Kurseinbrüche vom Augustbeginn nahtlos in die Serie ein. Das zumindest signalisierte die Wallstreet noch am Dienstag, dem ersten Handelstag der Woche nach dem Feiertag „Labour day“ am Montag.

Der Handelskonflikt der USA mit China und enttäuschende Einkaufsmanager-Zahlen der verarbeitenden Industrie – der  PMI lag mit 49,1% erstmals seit 2016 auf Kontraktionsniveau – schürten erneut Rezessionsängste. Damit hat der Zollkrieg wohl endgültig auch die im Vergleich relativ starke US-Wirtschaft erreicht. Die von Trump für September angekündigten Gespräche zur Beilegung des Konflikts mit China konnten in Ermangelung eines für beide Seiten passenden Termins (!) noch nicht fixiert werden. Daher  war es kein Wunder, dass exportorientierte Werte wie der Baumaschinen-Hersteller Caterpillar und der Airbus-Rivale Boeing unter Druck  kamen. Gleiches galt für eine Reihe von Chip-Werten, die stark vom China-Geschäft abhängen, darunter die Titel von AMD, Intel und Micron.

Die gute Nachricht kam dann am Mittwochmorgen aus China. Das Wachstum in der chinesischen Dienstleistungsbranche hat sich im August dank neuer Aufträge auf den höchsten Stand der vergangenen drei Monate beschleunigt. Die Zahl der Neueinstellungen stieg so stark an wie seit über einem Jahr nicht mehr. Der am Mittwoch veröffentlichte Caixin/MarkitEinkaufsmanagerindex legte im August auf 52,1 Punkte von 51,6 Zählern im Juli zu und damit auf den höchsten Wert seit Mai. Das konnte zwar am Mittwoch die Aktienkurse befeuern aber eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Das entscheidende Signal muss vom Produktionssektor kommen, um die Trendwende zu bestätigen.

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