Die Märkte bleiben in ihren Rezessionsängsten gefangen. Was sich auch in den Einschätzungen zu den Kreditqualitäten der Unternehmen niederschlägt. Dabei sprechen die Zahlen eine ziemlich deutliche Sprache. Bis Mitte August hatte beispielsweise die Kreditagentur Standard & Poor‘s weltweit 487 Unternehmen aus dem Finanz- und Nicht-Finanz-Sektor herabgestuft. Dem standen nur 60 Heraufstufungen gegenüber. Sollte sich dies über das restliche Jahr hinwegziehen (wovon auszugehen ist), wäre dies durchaus beachtenswert, da auf Jahresbasis seit 2016 die Anzahl der Herabstufung nie über denen der Heraufstufungen lagen.

Dabei: Sollte es tatsächlich zu dem prognostizierten Abschwung in der Weltkonjunktur kommen – regional sicherlich in unterschiedlichen Ausprägungen – dürfte die Schlagzahl der Herabstufungen noch bis Jahresende deutlich zunehmen, auch wenn es womöglich bereits im vierten Quartal bereits Anzeichen für das Erreichen einer konjunkturellen Talsohle geben könnte. Denn Ratingagenturen tendieren bekanntlich dahin, eher verzögert auf Markttendenzen zu reagieren.

Abseits der entsprechenden Rating-Aktionen ist natürlich die Frage wesentlich wichtiger, wie es denn tatsächlich um die finanzielle Situation der Unternehmen steht. Und da man zumindest für den BlueChip-Bereich vorerst Entwarnung geben. Europa steht dafür exemplarisch. Denn viele Unternehmen haben insbesondere die vergangenen guten Quartale dafür genutzt, sich mit Liquidität vollzusaugen. Allein Volkswagen brachte es im vergangenen Jahr auf eine CashPosition von rund 37,5 Mrd. EUR, ein Plus von rund 37% zum Vorjahr. Andere Konzerne wie EDF, Total, Shell oder Daimler bauten insbesondere im vergangenen Jahr ebenfalls signifikant ihre Cash-Bestände aus. So ergibt sich laut Moody´s derzeit ein Liquiditätsbestand bei Europas Konzernen von rund 1,1 Bio. EUR, ein Plus von 15%.

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