Die Deutsche Bank startet mit einem Gewinnsprung in das Jahr. Die Freude der Anleger über einen Gewinnzuwachs ist am Mittwoch angesichts überraschend hoher Kosten aber rasch verpufft. Die Aktie verlor im Tagesverlauf ca. 5%. Grund war eine Warnung der Bank vor möglichen Folgen des Kriegs in der Ukraine. Der Krieg sorge in der Weltwirtschaft, an den Finanzmärkten und bei den Kunden für Unsicherheit, die Herausforderungen nähmen zu und der Kostendruck habe sich intensiviert, erläuterte Finanzchef James von Moltke im Quartalsbericht.

Deutschlands größte Bank verdiente im ersten Quartal 1,06 Mrd. EUR – ein Plus von 17% und das siebte Gewinnquartal in Folge. Die Konzernerträge stiegen binnen Jahresfrist um 1% auf 7,3 Mrd. EUR. Der Vorsteuergewinn nahm um 4% auf 1,7 Mrd. EUR zu. In der Investmentbanksparte kletterten die Erträge um 7% auf 3,3 Mrd. EUR. Das Wachstum im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren und Währungen (FIC) lag bei 15%. Allerdings schrumpften die Erträge im Beratungs- und Emissionsgeschäft um 28%. Mit Unternehmenskunden konnte das Institut seine Erträge um 11% auf 1,5 Mrd. EUR, mit Privatkunden um 2% auf 2,2 Mrd. EUR ausbauen.

„Die Ergebnisse aller Geschäftsbereiche liegen im oder über dem Plan, und wir haben unseren höchsten Quartalsgewinn seit neun Jahren erzielt“, zog Vorstandschef Christian Sewing am Mittwoch Bilanz. Der Krieg und seine wirtschaftlichen Folgen überschatten jedoch den Ausblick. „Dies hat natürlich das Potenzial, unsere Gesamtjahresergebnisse in unserem wichtigen Messlatten-Jahr zu beeinflussen“, sagte Sewing. Die Deutsche Bank erhöhte wegen des unsicheren Umfelds ihre Risikovorsorge im Kreditgeschäft deutlich auf 292 Mill. EUR von 69 Mill. EUR vor Jahresfrist. „Zwar sehen wir noch keine größeren Zahlungsausfälle, aber wir sind so besser gewappnet, um mögliche Ausfälle in der Zukunft auffangen zu können“, erläuterte Sewing.

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