Amerikas Wirtschaft geht überraschend auf Talfahrt. Zwar hatten Ökonomen und Investoren für das erste Quartal schon recht anspruchslose Erwartungen gehabt. Doch statt eines mageren annualisierten Wachstums von 1,1% wurde in einer ersten Schätzung am Donnerstag ein Rückgang des BIP um 1,4% gemeldet.

Vergleicht man die Zahlen von Ende 2021, als noch ein annualisiertes Plus von 6,9% erreicht wurde, könnte man fast von einer Vollbremsung sprechen. Allerdings wäre das wohl jetzt doch etwas zu schroff formuliert. Denn immerhin zeigten sich einerseits die Firmeninvestitionen mit einem Plus von 9,2% wesentlich stärker als im Vorquartal (damals +2,9%). Noch wichtiger: Auch die amerikanischen Verbraucher halten ihrer Wirtschaft die Stange und steigerten ihren Konsum um 2,7% und damit ebenfalls mehr als im Vorquartal. Dass die Unternehmensinvestitionen und der private Konsum sich robust zeigen, ist das sprichwörtliche Pfund, mit dem die US-Wirtschaft wuchern und auch die US-Notenbank arbeiten kann. Denn diese beiden Indikatoren zeigen, dass die Wirtschaftslage weiterhin robust bleibt und somit die Notenbank den vorerst benötigten Spielraum bekommt, um sich aktuell vor allem der Inflationsbekämpfung zu widmen.

Die letzten Wochen waren am Markt von den Spekulationen darüber geprägt, ob die Fed bei ihrer nächsten Erhöhung gleich um 50 Basispunkte anhebt und dann beim nächsten Mal gleich noch einmal. Das sorgte schon für entsprechenden Druck auf den Markt, der auch schon durch den Ukraine-Krieg und die massive Verteuerung von Energie und Rohstoffen mit entsprechenden konjunkturellen Sorgen angeschlagen war. Insofern scheint der Markt jetzt etwas beruhigter zu sein, dass zumindest in Kernbereichen die konjunkturelle Lage immer noch robust bzw. auf Wachstum ausgerichtet ist.

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