Die Berichtssaison hatte den Anschub gegeben, dass ein neues Hoch beim S&P 500 erreicht werden konnte. Die Erwartungen der  Marktteilnehmer für das erste Quartal waren doch zu niedrig. Inzwischen haben drei Viertel der börsennotierten US-Unternehmen, ein  Viertel europäische und 16% japanische Unternehmen ihre Quartalsergebnisse vorgelegt. US-Amerikaner und Europäer konnten die Schätzungen mit 5% respektive 2% überbieten – Folge der massiv gesenkten Erwartungen. Nur in Japan halten sich Enttäuschungen  und positive Überraschungen in etwa die Waage. Zum aktuellen Zeitpunkt lohnt sich eine abschließende Einordnung sicher noch nicht. Es  steht ja noch einiges aus.

Für den DAX begann der Mai recht positiv mit einem neuen Jahreshoch, was vor allem dem Automobil- und dem Pharmasektor zuzurechnen war. Aber so richtig durchziehen konnte der Index nicht. Denn bereits am Mittwoch dämpfte US-Notenbank- Chef Jerome Powell die Hoffnungen vieler Anleger, die auf eine Zinssenkung noch im diesem Jahr gesetzt hatten. Powell erklärte, dass er  die schwachen US-Inflationsdaten nur als vorübergehendes Phänomen interpretiert. Die Notenbank schließt daher eine Zinssenkung  vorerst aus und ließ am Mittwoch den Fed-Funds-Zins erwartungsgemäß unverändert. Der Zinssenkungsoptimismus hat jetzt einen  Dämpfer bekommen, die Renditen in weiten Bereichen der US-Zinskurve stiegen daraufhin an und der Aktienmarkt kam unter Druck.

Von der US-Konjunktur kamen zuletzt gemischte Signale. So schufen die US-Firmen im April insgesamt 275.000 neue Stellen,  erwartet worden waren nur 180.000. Zudem wurde der Zuwachs für März auf 151.000 von zunächst genannten 129.000 nach oben  korrigiert. Am Freitag kommt der Arbeitsmarktbericht. Die US-Industrie verringerte indes ihr Wachstumstempo im April überraschend  deutlich. Der Einkaufsmanager-Index fiel auf 52,8 Punkte von 55,3 Zählern im Vormonat. Das ist der niedrigste Wert seit Oktober 2016.  Ökonomen hatten 55,0 Zähler erwartet.

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