Die Wall Street bekam in den letzten Tagen nicht nur Unterstützung von der anlaufenden Berichtssaison des zweiten Quartals, sondern auch von US-Notenbankpräsident Jerome Powell, der auf seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Bankenausschuss des Senats in Washington Konjunkturoptimismus verbreitete. Mit der richtigen Geldpolitik bleibe in den nächsten Jahren der Arbeitsmarkt stark und die Inflation in der Nähe von 2%, sagte Powell. Ob der Aufschwung, wie Powell meint, mit der weiter schrittweisen Anhebung der Leitzinsen verlängert wird, hängt unseres Erachtens vor allem von der Zahl und Geschwindigkeit der Schritte ab.

In der Vergangenheit hatte die Federal Reserve hierbei selten ein glückliches Händchen. Allerdings warnte der Fed-Chef vor höheren Zöllen, denn diese wären langfristig schlecht für die US-Wirtschaft. Für die chinesischen Börsen waren die verhängten Zölle in den vergangenen Tagen jedenfalls eine gravierende Belastung. Seit dem Hoch Anfang Februar verlor der CSI 300 Index ziemlich genau 20%, der Hongkonger Hang Seng immerhin 14%. Während sich bei den Indizes der Industrieländer eine Zunahme der relativen Stärke abzeichnet, stehen diejenigen der Schwellenländer weiterhin abgeschlagen in der Rangliste.

Auch an den Ölmärkten kam es in den vergangenen Tagen zu einem regelrechten Ausverkauf. Im Vergleich zur Vorwoche verlor das Barrel in der Spitze 10% an Wert – allerdings ohne herausragende Umsätze an den Terminbörsen, was wiederum die Nachhaltigkeit des Rückgangs gerade nicht untermauert. Neben der anhaltenden Diskussion über eine mögliche weitere Erhöhung der OPEC-Produktion im Zuge der Produktionsausfälle in Libyen und Venezuela erwägt die Trump-Regierung einen Teilverkauf (5-30 Mio. Barrel) der strategischen US-Ölreserven (aktuell ca. 660 Mio. Barrel).

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