Bislang hatte die kräftige Erholung in der türkischen Lira am Dienstag und Mittwoch den Aktienmärkten keineswegs Entspannung gebracht. Die großen Aktienindizes blieben nach anfänglicher Erholung weiter unter Druck, die Krisenwährung USD arbeitet sich weiter nach oben in Richtung 1,13 USD. Dabei hatten  Konjunkturerwartungen in Euroland überraschend stark zugelegt. Die im Rahmen des ZEW-Index befragten Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland schätzen die Zukunft positiver ein. Nach einem Stand von -24,7 Punkten im Juli zeigt der August nun einen Sprung auf -13,7 Punkte; erwartet worden war nur ein Anstieg auf -20,0.

Auch das EWU-Wirtschaftswachstum überraschte. Mit einem BIP-Wachstum im zweiten Quartal von 0,4% zum Vorquartal bzw. 2,2% zum Vorjahr liegt der Euroraum über den Prognosen von 0,3% bzw. 2,1%. Weder dem Euro noch den europäischen Börsen nützte das – im Gegenteil: Der schon übers Wochenende ausgeprägte Absturz des DAX von gut 12.800 Indexpunkten auf nunmehr Niveaus sogar um 12.120 (minus 5,5%) spricht eigentlich Bände. Kurzfristig überverkauft – aber reicht es für eine Gegenbewegung?

Wir stehen inzwischen wieder auf den Tiefs von Ende Juni. Sollte es weiter nach Süden gehen, wäre das  nächste Auffangniveau nochmals 300 Punkte oder 2,5% tiefer. Schlimmer aber ist, dass sich langsam ein Top ausbildet, das mit Unterschreiten der Nackenlinie bei 11.700 endgültig perfekt ist und in eine Bilderbuch-Baisse mit Kurszielen unter 10.000 überleiten kann. Aber so weit ist es noch nicht!

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