Das Pokerspiel rund um das Handelsabkommen zwischen den USA und China dürfte wohl über das Jahresende hinaus weitergehen. Trump äußerte sich zuletzt öffentlich, dass ein Handelsabkommen mit China auch erst nach der US-Präsidentschaftswahl im November 2020 möglich sein könnte. Das löste wiederum nicht nur bei uns Bedenken aus, ob es überhaupt eine Einigung geben wird und macht die für den 15. Dezember geplante erneute Verschärfung der US-Strafzölle auf chinesische Waren quasi zum Fakt.

Derweil hatte der US-Präsident nichts Besseres zu tun, als Strafzölle auf Aluminium und Stahl aus Argentinien und Brasilien anzukündigen. Den beiden südamerikanischen Ländern wird vorgeworfen, von ihren schwachen Währungen (oder dem starken Dollar) unfair zu profitieren. Ein Argument, das die Nachrichtenagentur Bloomberg (die ja seit neustem als mediale Speerspitze im möglichen Präsidentschafts-Wahlkampf von Gründer und Milliardär Michael Bloomberg von Trump verteufelt wird) zur Meinung inspirierte, dass Trump keine Ahnung von Wechselkursen hätte. Schließlich würden Argentinien und Brasilien nur wegen eigener Krisen so schwache  Währungen haben. Die Ankündigung von Trump tat zwar letztlich US-Stahlproduzenten gut, aber eben nicht dem Gesamtmarkt. Die  Frage heißt nun, ob es China auch ohne Handelsabkommen schafft, aus der eigenen konjunkturellen Verlangsamung auszubrechen.

Chinas Industrie ist im November überraschend erstmals nach sieben Monaten wieder gewachsen. Der Einkaufsmanagerindex (PMI) kletterte auf 50,2 Punkte nach 49,3 Punkten im Oktober. Das ist der höchste Wert seit März. Der am Montag veröffentlichte Caixin/Markit-Index blieb im vergangenen Monat mit 51,8 Punkten nach 51,7 im Oktober ebenfalls im Expansionsbereich. Laut der privaten Konjunkturumfrage liegt der Grund in einem soliden Anstieg der Produktion und der Auftragseingänge.

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