Das Klima zwischen China und den USA ist zunehmend vergiftet. In diesen Kontext muss man auch die jüngste Nachricht stellen, dass ein chinesisches Gericht dem amerikanischen Halbleiterproduzenten Micron Technology per einstweiliger Verfügung den Verkauf von 26 Chip-Produkten in der Volksrepublik untersagt. Offizieller Grund ist eine Patentklage durch das konkurrierende taiwanische Unternehmens United Microelectronics (UMC).

Doch die meisten Marktteilnehmer sind sich einig: Dieses Verkaufsverbot dürfte eine politische Retourkutsche gewesen sein. Denn erst Anfang der Woche hatte das US-Handelsministerium die Eskalationsspirale im Handelsstreit ein Stück weitergedreht. Eine nachgeordnete Behörde empfahl der Telekomaufsicht FCC, China Mobile den Marktzugang in Amerika zu versagen. Bereits 2011 hatte der größte chinesische Mobilfunkanbieter einen solchen Antrag für Telekomdienste gestellt. Jetzt soll er wegen Sicherheitsbedenken abgelehnt werden.

Man darf auf die Antwort aus Washington gespannt sein. Eines ist aber klar: Die Chinesen scheinen sich derzeit vor allem den Halbleitersektor als Angriffsziel auserkoren zu haben. Seit Juni untersuchen chinesische Behörden auch die Preisgestaltung bei Halbleitern. In der derzeit aufgeheizten Situation ist es entsprechend gut vorstellbar, dass hier negative Untersuchungsergebnisse „produziert“ werden. Das könnte Unternehmen wie Intel, Nvidia oder Qualcomm in Bedrängnis bringen.

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