In Anbetracht der historischen Tatsache, dass erhoffte Zinssenkungskaskaden am Ende immer auch von sich abschwächenden  Frühindikatoren gefolgt wurden, hat der US-Notenbankpräsident gestern bei der Begründung seines viertelprozentigen Zinsschritts genau das  richtige Wording gefunden, indem er eher von einer temporären Wachstumsdelle sprach. Die europäischen Aktienindices hatten die  Situation nach dem Druck  vom Dienstag einigermaßen gut weggesteckt – am besten der EURO STOXX 50. Dieser in Finanztiteln übergewichtete Euroland-Index  beeindruckt uns mit seiner relativen Stärke zum DAX bereits seit Jahresanfang (16,55% Plus ggü. 15,67%). Er hat aufgrund seiner Struktur auch  das bessere Chance-/Risikoverhältnis für das zweite Halbjahr. Aber das nur nebenbei.

Powell nannte auch den Verursacher der misslichen konjunkturellen Lage beim Namen und der wiederum beschwerte sich über das seines  Erachtens magere Ergebnis der zweitägigen Fed-Sitzung via Twitter sofort. Auch bei den wieder aufgenommenen Verhandlungen zur Beilegung  des Zollstreits twitterte Trump zum Auftakt, dass sich China an gegebene Versprechen nicht halten würde, gerade bei den Importen von US- Agrargütern. Ansonsten würden die wenigen erzielten Übereinkommen immer wieder nachverhandelt. Es sähe nach Hinhalte-Taktik aus. Die  nächste Verhandlungsrunde ist übrigens erst im September.

Die chinesische Industrie schrumpfte im Juli bereits den dritten Monat in Folge. Der entsprechende öffentliche Einkaufsmanager-Index lag bei 49,7 Punkten und damit 0,5 Zähler höher als im Juni. Das war mehr als Analysten erwartet hatten, aber immer noch unterhalb der Demarkationslinie zwischen Wachstum und Kontraktion von 50. Damit mehren sich die Zeichen, dass der Handelsstreit mit den USA Chinas Wirtschaft immer stärker trifft. Am Donnerstagmorgen kam noch die Befragung der Forschungsinstitute Caixin/Markit mit 49,9 Punkten nach ebenfalls 

Dieser Inhalt ist nur für ICM Premium Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren