Die US-Notenbank hat gestern geliefert. Und doch schickte die Entscheidung, den Leitzins um 25 Basispunkte abzusenken, zumindest die Wall Street in einen veritablen Sell-off. Was an zwei Dingen festzumachen war. Zum ein machte Notenbankchef Powell klar, dass diese Senkung kein  Einstieg in einen neuen Zinssenkungszyklus sein muss. Wir hatten im Vorfeld darüber berichtet, dass sich die Anleger in den vergangenen Wochen ja geradezu mit immer euphorischeren Prognosen überschlugen und für die gestrige Sitzung sogar eine Senkung um bis zu 50 Basispunkte erwarteten.

Solche Erwartungen konnten nicht erfüllt werden – und wollten auch nicht erfüllt werden. Was man am zweiten Umstand sieht, dass zwei Fed- Gouverneure aus dem Offenmarktausschuss gegen eine Senkung votierten. Für Fed-Verhältnisse ist das schon regelrechte Zwietracht im  Gremium, wo es sonst in der Regel einstimmige Beschlüsse und nur sehr selten eine Gegenstimme gibt. Weiter zum Thema auch auf der  folgenden Seite. An dieser Stelle aber der Blick darauf, wie sich nun die Markterwartungen hinsichtlich weiterer Zinsschritte drastisch verändert  haben. Dazu ein Blick auf den entsprechenden Future, der hier mit Blick auf Dezember 2019 die Anzahl der erwarteten Zinsschritte darstellt.

Wie Sie sehen können, lag die Erwartung Mitte Juli noch bei drei Schritten, jetzt ist es nur noch ein weiterer. Wobei wohl stark anzunehmen  ist, dass dieser tatsächlich eher zum Jahresende hin gemacht wird. Wir hatten Ihnen diesbezüglich schon ausführlich dargestellt, dass dabei das  Inflationsthema eine gewichtige Rolle spielen könnte. Denn in Amerika zeigt sich auch hier eine bestenfalls stabile Teuerung, die deutlich unter  dem Inflationsziel der Fed liegt. Aber wir hatten auch schon damit argumentiert, dass entsprechende Schritte nicht unbedingt geeignet sein könnten, diesen Indikator tatsächlich zu adressieren.

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