Der deutsche Versicherungskonzern Allianz hat am Mittwoch einen unerwartet hohen Anstieg des Nettogewinns um 17% im dritten Quartal gemeldet und gab einen optimistischeren Ausblick für das Gesamtjahr. Das operative Ergebnis werde zwischen dem Vorjahresniveau von 13,4 Mrd. EUR und 14,4 Mrd. EUR liegen, also in der oberen Hälfte der anvisierten Spanne, legte sich Finanzvorstand Giulio Terzariol nach dem dritten Quartal fest. Im August war man angesichts des Ukraine-Krieges noch deutlich vorsichtiger gewesen. Der Vorstandsvorsitzende Oliver Baete sagte, das Quartalsergebnis beweise die Widerstandsfähigkeit des Unternehmens „in einem dramatischen geopolitischen und Marktumfeld“. Die starke Bilanz und die Kompetenz im Kapitalmanagement schüfen zudem „wertvolle Optionen für die Allianz, die es uns ermöglichen, einem sich verändernden wirtschaftlichen Umfeld zuversichtlich zu begegnen“.

Im 3. Quartal lief es für Deutschlands größten Versicherer vor allem in der Schaden- und Unfall-Sparte mit einem Umsatzwachstum von 14% zum Vorjahresquartal gut. Damit kompensierte man Rückgänge in den Lebens- und Krankenversicherungssparte sowie im Asset Management. Das
operative Ergebnis stieg im dritten Quartal um sieben % auf 3,48 Mrd. EUR. Analysten hatten der Allianz im Schnitt nur 3,39 Mrd. EUR zugetraut. Nach neun Monaten steht die Allianz schon bei 10,2 Mrd. EUR. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn betrug 2,464 Mrd. EUR, verglichen mit 2,111 Mrd. EUR ein Jahr zuvor. Die Zahl übertraf eine Konsensprognose von 2,32 Mrd. EUR. Die Vermögensverwaltung litt unter den sinkenden Kursen an Aktien- und Anleihemärkten, die das verwaltete Vermögen innerhalb von drei Monaten um 43 Mrd. EUR schrumpfen ließen. Anleger zogen 20 Mrd. EUR aus den Fonds ab. Das operative Ergebnis lag 10% unter Vorjahr.

Unabhängig davon kündigte das Unternehmen ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 1 Mrd. EUR, das noch Mitte November beginnen und spätestens Ende nächsten Jahres abgeschlossen sein soll. Mit Aktienrückkäufen geben Unternehmen überschüssiges Kapital – ähnlich wie mit Dividenden – an die Anteilseigner zurück. Die Allianz hatte in diesem Jahr in zwei Schritten bereits Aktien für 1 Mrd. EUR zurückgekauft.

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