Sojabohnen, eines der wichtigsten US-Exportgüter, werden im Frühjahr bis in den Mai angepflanzt und ab August bis zur Erntehochzeit im Oktober geerntet. Je nach Witterungseinflüssen lassen sich schon im Juli erste Aussagen über Umfang und Qualität der neuen Ernte treffen, worauf der Markt mit der Preisbildung für die folgenden Terminmonate im Rahmen des Erntezyklus reagiert. Je größer der Umfang der zu erwartenden Ernte, desto größer der Druck auf die Preise, was wiederum Bear-Spreads in den Blickpunkt der Händler rücken lässt.

Indes: Schaut man in diesem Zusammenhang über die Erntezeit hinaus, auf die Versorgung des Marktes bis in das nächste Jahr, spielen die Kosten für Lagerhaltung, Zinsen und Transport eine nicht unerhebliche Rolle bei der Preisentwicklung für weiter entfernt liegende Terminmonate. Dies kann sich vor allem auf den Preis für den Terminmonat Mai auswirken, wenn die Lagerbestände weitestgehend zurückgegangen sind.

Unterstützend für einen Bear-Spread dürfte sich wohl auch der nach wie vor anhaltende Handelskonflikt zwischen den USA und China, dem größten Sojaimporteur, auswirken. Während China schon alternative Einfuhrwege eröffnet hat, bleiben die US-Produzenten auf ihren Sojabohnen sitzen und suchen nach neuen Abnehmern, wie jüngst in Argentinien, wo die Bohnen zu Sojamehl verarbeitet werden. Doch auch der Futtermittelmarkt hat mit der, vor allem in Asien, immer noch grassierenden afrikanischen Schweinepest zu kämpfen. Meldungen über Verzögerungen bei der Aussaat infolge schlechter  Witterungsbedingungen haben dem Sojamarkt demgegenüber jüngst etwas Luft verschaffen können.

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