[vc_row][vc_column][vc_column_text]Die letzte globale Finanzkrise wurde durch faule Immobilienkredite in den USA eingeleitet. Und erneut könnte eine globale Rezession aus den USA kommen, dieses Mal jedoch womöglich aus dem Unternehmenssektor. Dabei betrifft der Zusammenhang nicht einmal die Hochzinsanleihen, sondern ausgerechnet Investmentgrade-Bonds.[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_column_text]Der Markt für Unternehmensanleihen, die knapp über dem Ramschniveau notieren, ist in den letzten Jahren in den USA massiv gewachsen. Wenn auch Zahlungsausfälle nicht gleich auf der Tagesordnung stehen dürften, so wird man jedoch signifikante Kursverluste hinnehmen müssen, wenn (gerade noch) Investmentgrade-Bonds auf High Yield oder gar Junk-Niveau abgestuft werden. Folge wäre auch, dass die Emittenten höhere Schuldenzinsen bezahlen müssten. Weiterer Kursdruck würde entstehen, wenn die jeweiligen Papiere aus vielen Depots institutioneller Investoren herausfliegen würden.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_single_image image=“23814″ img_size=“full“][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]Nach der Finanzkrise hatte der Markt für Unternehmensanleihen mit einem Rating von durchschnittlich BBB-, also knapp über Non-Investmentgrade, einen massiven Wachstumsschub erlebt. Und so sind die Marktteilnehmer nun besorgt, dass diese mögliche Blase platzen könnte. Weltweit haben die Unternehmen die günstigen Finanzierungskonditionen genutzt und sich mit billigem Geld eingedeckt. In den USA beläuft sich das Volumen für Unternehmensanleihen aktuell auf über 7 Bio. USD. Somit hat sich der Markt seit 2007 mehr als verdoppelt. Rund 6 Bio. USD davon haben ein Rating von mindestens BBB.[/vc_column_text][vc_column_text]An dieser Stelle lohnt sich ein detaillierter Blick unter die Oberfläche. Anleihen mit einem Rating von BBB haben davon ein Volumen von ca. 3 Bio. USD. D. h., rund die Hälfte der Investmentgrade-Anleihen notiert lediglich eine Stufe über dem Ramschniveau. In den Neunziger Jahren lag der Anteil dieses Segmentes gerade mal bei 25%. Diese Entwicklung sollte man durchaus kritisch betrachten, denn die Bilanzqualität der Unternehmen
hat sich deutlich verschlechtert. US-amerikanische Unternehmen haben aktuell Verpflichtungen von knapp 20 Bio. USD, was in etwa dem jährlichen Bruttoinlandsprodukt der USA entspricht.[/vc_column_text][vc_column_text]Steigen nun die Einnahmen nicht im gleichen Ausmaß wie die Verschuldung, nimmt die Tragbarkeit als Folge ab. War im BBB-Segment die Relation zwischen Nettoschulden und dem Brutto-Cashflow (Net Debt to EBITDA) in 2007 noch beim 1,7fachen, so ist diese aktuell beim 3fachen. Diese Tatsache zeigt auch auf, dass die Ratingagenturen aktuell noch sehr großzügig bei der Bewertung sind. Blickt man ein Jahrzehnt zurück, dann fallen durchaus mögliche Parallelen zu den Hypothekenbonds mit Spitzenbonitäten von AAA auf, die es am Ende doch nicht waren.[/vc_column_text][vc_column_text]Aufgrund von mangelnden Investmentmöglichkeiten bei den Anleihen werden die genannten Risiken aktuell ignoriert. Die BBB-Bonds rentieren zwar bereits schon mit durchschnittlich ca. 4,3%, der Risikospread zu den US-Staatsanleihen liegt jedoch gerade mal bei 1,5 Prozentpunkten.[/vc_column_text][vc_column_text]Fazit: Solange die Konjunktur und die Gewinne stabil bleiben, hat man aktuell noch keinen Grund zur Sorge. Doch der Konjunkturzyklus ist in die Jahre gekommen. Somit ist es nicht auszuschließen, dass die nächste Rezession ihre Quelle im Unternehmenssektor haben könnte. Es gilt, extrem wachsam bei der Titelselektion zu sein und die Laufzeiten überschaubar zu halten.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]
