[vc_row][vc_column][vc_column_text]Die Uhr tickt! Nur noch knapp eine Woche hat die EU Zeit, die von amerikanischer Seite angedrohten Strafzölle auf Stahl und Aluminium abzuwenden. Bisher liegt das Angebot auf dem Tisch, über eine Senkung von Zöllen auf amerikanische Industrieprodukte zu reden. Außerdem will man über eine Öffnung öffentlicher Ausschreibungen auch für US-Unternehmen und insgesamt über eine Reform der Welthandelsorganisation WHO verhandeln.[/vc_column_text][vc_column_text]Ob das ausreicht, um US-Präsident Trump dazu zu bewegen, die bisherige Ausnahmeregelung über den 1. Juni hinaus zu verlängern, ist mehr als ungewiss. Zumal die Europäer selber einschätzen, dass ihre Angebote wohl insbesondere für Trump himself nicht ausreichend sein werden. Denn dieser will seiner Wählerschaft handfeste Erfolge verkaufen und nicht das Versprechen auf irgendwelche schwammigen Reformen.[/vc_column_text][vc_column_text]Das war letztlich auch der Grundtenor bei den Verhandlungen zwischen Amerika und China. Die Zustimmung der Chinesen, die Einfuhr amerikanischer Waren zu erleichtern, fällt in dieses Schema. Dass Trump dabei aber nicht halt macht, zeigt sich schon in den jüngsten Entwicklungen, auf die wir noch zurückkommen.[/vc_column_text][vc_column_text]Immerhin: Vor allem für die Europäer gibt es hier bereits einen wichtigen Lichtblick. Denn China hat angekündigt, seine Zölle auf Autos von bisher 25% auf 15% zu senken. Solch ein Schritt war schon im April angekündigt worden, wird nun aber publikumswirksam von den Chinesen als Bestandteil der Einigung mit den USA verkauft. Mal sehen, ob Trump alleine darauf kommt, dass nicht US-Hersteller die großen Profiteure sein werden. Denn General Motors und Ford produzieren für den chinesischen Markt hauptsächlich schon vor Ort.[/vc_column_text][vc_column_text]Aber vielleicht hatte er es auch schon gemerkt. Schließlich schießt er sich seit einigen Tagen auf Mercedes, BMW und Co. ein. Und das könnte noch gefährlich werden. Denn wie beim Thema Stahl/Aluminium versucht Trump, höhere Einfuhrzölle mit dem Hinweis auf die nationale Sicherheit zu begründen. Das scheint erst einmal weit hergeholt, passt aber zur „Denke“ der US-Regierung. Die Argumentation: Ausländische Autohersteller machen mit ihren Produkten das Leben heimischer Produzenten schwer. Das könnte das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen und damit die wirtschaftliche Stabilität. Der Schritt von Stabilitätsgefahr hin zu nationaler Sicherheit ist dann nicht mehr weit.[/vc_column_text][vc_column_text]Damit liegen im aktuellen Handelsstreit zwischen USA und Europa zwei große Brocken auf dem Tisch. Denn nicht nur die europäische Automobil/Stahlindustrie ist betroffen. Darüber hinaus müssen die Handelsgespräche auch immer unter dem Aspekt der Iran-Frage gesehen werden. Denn die Amerikaner werden sich natürlich gegenüber Kompromissen extrem hartleibig zeigen, wenn die Europäer ihrerseits darauf pochen, das Atomabkommen mit dem Iran selbstständig und ohne Beachtung der US-Sanktionen fortzuführen.[/vc_column_text][vc_column_text]Noch versucht man, auf politischer Ebene das transatlantische Bündnis der letzten 70 Jahre als intakt zu beschreiben, auch wenn inzwischen die Einschätzungen deutlich pessimistischer und realistischer klingen. Doch es liegt auf der Hand: Europa steht nun am Scheideweg. Es geht darum, entweder politische und ökonomische Unabhängigkeit wiederzuerlangen oder einer amerikanischen Regierung zu folgen, die – wie wir es in den letzten eineinhalb Jahren ja immer wieder aus Berlin, Paris oder Brüssel gehört haben – nicht mehr europäische Werte teilt.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]
Die Uhr tickt!
Von © ICM Concept GmbH|2018-05-29T12:29:22+02:0024.05.2018|Kategorien: Allgemein|Kommentare deaktiviert für Die Uhr tickt!
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