[vc_row][vc_column][vc_column_text]Steht der Euro-Zone die nächste Krise ins Haus? War vor kurzem die Möglichkeit diskutiert worden, dass Italien nochmals wählen müsste, haben sich nun nach bisherigen Informationen die beiden Wahlgewinner Lega Nord und Movimento 5 Stelle auf ein Regierungsprogramm geeinigt. Und das birgt viel Sprengstoff nicht nur für Italien, sondern für die EU und die Euro-Zone.[/vc_column_text][vc_column_text]Hierbei muss man sicherlich zwei Aspekte unterscheiden. Erstens: Beide Parteien werden kaum von ihren bisherigen antieuropäischen Thesen ablassen. Denn genau dafür sind sie gewählt worden. Zweitens: Wie das bisher bekannt gewordene Regierungsprogramm zeigt, will man sich ein weiteres Festhalten an der Euro-Zone teuer bezahlen lassen. So gibt es Forderungen, dass 250 Mrd. EUR der italienischen Staatsschulden bei der EZB erlassen werden. Außerdem will man einen Austrittsmechanismus aus der Euro-Zone implementieren.[/vc_column_text][vc_column_text]Das Problem dabei: Bei Italien handelt es sich nicht um irgendein Land aus der zweiten oder dritten Reihe, sondern immerhin um die drittgrößte europäische Volkswirtschaft. Damit können die Forderungen erst einmal nicht schlicht ignoriert werden. Doch würde ein Eintritt in entsprechende Diskussionen auch zeigen, dass es ein gewisses Erpressungspotenzial gibt. Das dürfte den Markt erneut sehr unruhig werden lassen.

[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_column_text]Noch ein weiteres Problem sehen wir aufziehen. Denn sollte es hier in welcher Art auch immer Schuldenerleichterungen geben, hätten die anderen Länder erst recht keinen Grund, ihre bisher gezeigte fiskalische Disziplin aufrechtzuerhalten. Und das gilt insbesondere für die  Südländer. Italien selbst hatte in den vergangenen Jahren immer  wieder unter Beweis gestellt, dass es geradezu unwillig oder unfähig ist, trotz aller Reformrhetorik signifikant seine Schulden zurückzuführen. Nach Griechenland ist Italien, gemessen am BIP, mit derzeit rund 132% das am höchsten verschuldete Land in der Eurozone.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_single_image image=“23620″ img_size=“full“][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]Und geht es nach den neuen Regierungspartnern, ist mit einer möglichen Sparpolitik überhaupt nicht mehr zu rechnen. So wollen die neuen Regierungspartner nicht nur ein Grundeinkommen einführen, sondern auch wieder eine Frührente ermöglichen. Außerdem ist von einer Flat Tax die Rede. Modelle zur Gegenfinanzierung sind bislang noch nicht bekannt, sondern nur die Aussage, dass man sich davon eine Ankurbelung des Wirtschaftswachstums und damit höhere Steuereinnahmen erhofft.[/vc_column_text][vc_column_text]Aber das ist eigentlich politisches Vabanque-Spiel. Dem in diesem Fall die Euro-Zone und ihre Institutionen wenig bis gar nichts entgegenzusetzen haben. Denn vor den echten Strafmaßnahmen, wie zum Beispiel einem Ausschluss aus dem EZB-Anleihenkaufprogramm, werden die politischen Verantwortlichen in Brüssel, Berlin etc. zurückschrecken. Im Gegenzug wird die neue italienische Regierung wohl kaum zögern, nicht nur auf die Staatsschulden zu verweisen, die derzeit bei der EZB liegen, sondern auch auf die rund 450 Mrd. EUR, die Italien über das Target-System schuldet.[/vc_column_text][vc_column_text]In diesen Größenordnungen liegt klares Erpressungspotenzial. Und ist damit der Albtraum der Euro-Politiker, die noch so etwas wie finanzielle Stabilität und Verlässlichkeit in die Euro-Zone bringen wollen.[/vc_column_text][vc_row_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_column_text]Schaut man auf die Renditeentwicklungen, hat der Markt vorerst ein Urteil gefällt. Denn die Flucht aus italienischen Anleihen hinein in die sicheren Häfen wie deutsche Bunds ist längst im Gange. Unter diesen Aspekten dürfte besonders interessant werden, wie die nächsten Emissionen  italienischer Staatsanleihen verlaufen. Hier könnte der Markt durchaus die Gelegenheit nutzen, der neuen Regierung in Rom  einen Warnschuss vor den Bug zu setzen. Ob das allerdings als solcher verstanden wird, bleibt dahingestellt.[/vc_column_text][/vc_column_inner][vc_column_inner width=“1/2″][vc_single_image image=“23624″ img_size=“full“][/vc_column_inner][/vc_row_inner][vc_column_text]Fazit: Schaut man sich die aktuelle Entwicklung an, verwundert es letztlich nicht, dass die Diskussion über die sogenannten Euro-Bonds wieder stark auflebt. Dabei geht es um Anleihen, die in  verschiedenen Ausstattungen und Szenarien durch die Euro-Mitgliedsländer gemeinschaftlich ausgegeben und/oder besichert sein sollen. Es steht zu befürchten, dass diese diskutierten Instrumente letzten Endes nur einen Weg darstellen, um augenscheinlich gesichtswahrend Italien aus der Verpflichtung einer Schuldensenkung zu entlassen. Für die gesamte Euro-Zone sind das allerdings schlechte Vorzeichen.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]