In den vergangenen zwei Jahren zeigte sich der Markt für Hybrid-Emissionen europäischer Unternehmen eher zurückhaltend. Mit einem emittierten Volumen um die 15 Mrd. EUR lag man zwar noch dreimal so hoch wie zum Beginn des Jahrzehnts, aber nur noch bei halb so viel wie in den drei Jahren zuvor. Doch dieses eher zurückhaltende Bild könnte sich wieder zunehmend ändern.

Dies resultiert aus einer ganzen Reihe von Triebkräften, die Hybrid-Anleihen als Finanzierungsinstrument wieder deutlich attraktiver machen. Das gilt insbesondere für die derzeitige Belebung bei Mergers & Acquisitions. Insbesondere kapitalintensive Branchen wie Versorger,  Telekommunikation und Immobilien stechen dabei derzeit hervor. Wobei Hybrid-Anleihen bei M&A-Aktivitäten gleich zwei Probleme lösen können. Durch ihre bilanzielle Nähe zum Eigenkapital werden Hybrid-Anleihen in der Regel von den Ratingagenturen nicht als Belastung für die Bonitätseinstufungen angesehen. Durch ihre gleichzeitige Rolle als Zinspapiere sorgen sie aber auch dafür, dass die Aktionärsseite nicht verwässert wird.

Ein weiteres Argument, dass für eine Belebung im Hybrid-Markt spricht: Nach der starken Emissionstätigkeit in den Jahren 2013-2015 werden in den kommenden Jahren die Emissionen zunehmen, die erste Call-Möglichkeiten aufweisen. Dies gilt insbesondere für den Zeitraum ab 2020. Da bis dato damit zu rechnen ist, dass dann das Zinsniveau in der Euro-Zone immer noch relativ gesehen niedrig sein wird, dürfte für viele Finanzvorstände es eine starke Option sein, die möglichen Calls auszunutzen und dann in niedriger verzinste Hybrid-Bonds zu switchen.

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