So kurz vor dem Jahresultimo ist es natürlich üblich, noch einmal Bilanz zu ziehen, auf Tops und Flops hinzuweisen und auch den Blick auf das  kommende Jahr zu werfen. Wir hatten diesbezüglich in den vergangenen Ausgaben schon den einen oder anderen „Pflock“ eingeschlagen. Und auch  in der vorliegenden Jahresschluss-Ausgabe gilt hier unser Blick dem Fazit ziehen und der Formulierung erster Erwartungen. Was den Aktienteil  betrifft, folgt entsprechendes auf den kommenden Seiten. Zum Einstieg wollen wir aber auf eine Entwicklung hinweisen, die in diesem Jahr  insbesondere den Anleihenmarkt in Atem hielt und mit Blick auf das kommende Jahr sowohl Chancen als auch Risiken beinhaltet.

Die anhaltende Null- bzw. Niedrigzinspolitik der Notenbanken (ungeachtet der bekannten Versuche insbesondere der US-Notenbank, ein Stück Normalität wiederzugewinnen) haben das Koordinatensystem im Bondmarkt erheblich verschoben. Ob dies  nur eine relativ kurzfristige Tatsache ist oder sich daraus  womöglich langfristige Veränderungen in der adäquaten Risiko-Einpreisung ergeben,  muss natürlich offen gelassen werden. Indes:

Der Rahmen, der aktuell gesetzt wird, muss jeden ernsthaften Bond-Investor beschäftigen und stellt auch besondere Herausforderungen dar.  Konkret: An den Anleihenmärkten klafft inzwischen eine große Lücke zwischen den historisch gewachsenen Einstufungen als Investmentgrade und  Non-Investmentgrade, landläufig als „Junk“ bezeichnet. Gerade letzteres hat in diesem Jahr eine Entwicklung gemacht, die das immanente Anlagerisiko nicht mehr widerspiegelt. Exemplarisch dafür der Blick auf die entsprechenden Renditen. Denn inzwischen rentieren mit  durchschnittlich BB bewertete Non-Investmentgrade-Anleihen auf dem gleichen Niveau, wo Investmentgrade-Bonds das Jahr begonnen  hatten.

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