Rückblickend war 2019 ein Jahr für Verantwortungslose, wenn es um die Kapitalanlage ging. Denn Risiko wurde am Ende belohnt, Zurückhaltung allerdings auch nicht bestraft, wenn man einmal von entgangenem Gewinn absieht. Das Jahr hindurch lebte die  Investorengemeinde mit der Hoffnung auf konjunkturelle Belebung – und die wollte sich bis heute nicht so wirklich einstellen. Mit einem extremen  Absturz der Renditen bei Staatsanleihen blieb offensichtlich keine andere Alternative als das Investment in Aktien. Doch dort glich die Quartalsberichterstattung eher  einem Minenfeld. 2020 sollte zumindest konjunkturell weltweit besser laufen.

Denn die Einigung zwischen den USA und China im Handelsstreit sowie ermutigende Konjunkturdaten aus der Volksrepublik gaben in der  vergangenen Woche ein erstes Signal von Entspannung ab. Die USA und China hatten sich Ende vergangener Woche nach monatelangem Gezerre auf  ein erstes Teilabkommen geeinigt. Die Amerikaner wollen einige Zölle reduzieren, im Gegenzug kaufen die Chinesen mehr Waren vor allem aus der  US-Landwirtschaft (siehe Grafik). Nach den USA hat auch China die angedrohte Zollrunde gestoppt.

Interessanterweise hat die chinesische Industrieproduktion im November stärker angezogen als erwartet. Sie wuchs im Vergleich  zum Vorjahresmonat um 6,2% nach 4,7% im Oktober, wie das Statistikamt bekanntgab. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem  Plus von 5,0% gerechnet. Die Daten deuten darauf hin, dass sich die Konjunktur auch ohne Lösung des Zollkonflikts mit den USA bereits zu  stabilisieren beginnt. Dahinter könnten Maßnahmen zur Ankurbelung des Binnenmarkts stecken.

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