Seit der Finanzkrise hat die so genannte Modern Monetary Theory die klassischen Ansätze der Geldpolitik in den  Hintergrund gedrängt. Kein Wunder, zeigte sich doch in den bekannten Krisenszenarien sehr deutlich die Beschränktheit bisheriger  monetärer Mittel wie Zinsen. In den vergangenen Jahren hatten zwar einige Notenbanken versucht, dieses Dilemma wieder aufzulösen, indem  sie sich entsprechenden neuen Spielraum erarbeiteten. Doch gerade die Europäische Zentralbank gilt als Paradebeispiel dafür, dass  zinspolitische Maßnahmen schlicht wirkungslos blieben bzw. bleiben mussten, weil sie nach der Finanzkrise nie wieder zu normalen – und damit  wirkungsvollen – Niveaus zurückgefunden hatten.

Die Antwort, welche die Geldpolitiker – nicht nur in der EZB, sondern auch bei anderen Notenbanken – geben, lässt sich momentan auf zwei  Worte verkürzen: Quantitative Easing. Einst als absolute Ausnahme gedacht, ist die Liquiditätszufuhr in die Märkte via Assetkäufen (aktuell  vorrangig zwar Anleihen, aber wie die Schweizerische Nationalbank mit ihren Aktienkäufen zeigt, nicht darauf beschränkt) inzwischen geradezu  Standard-Repertoire der Geldpolitik. Und damit zunehmend auch Gegenstand der Kapitalmarktforschung mit der Frage, wie wirkungsvoll  solche Maßnahmen denn tatsächlich sind.

Eine aktuelle Studie (Ansgar Belke, Daniel Gros) lässt hierbei streng genommen kein gutes Haar, insbesondere am Anleihenkaufprogramm der  EZB bzw. den Plänen für eine Neuauflage. Wir wollen an dieser Stelle nicht zu akademisch werden, aber dennoch die grundsätzlichen  Schlussfolgerungen aus den empirischen Daten und deren Interpretationen darstellen, da sie zugegebenermaßen auch unsere bisherige  Argumentation durchaus in Frage stellt. Aber Anlageerfolge sind nur dann möglich, wenn man seine Auffassungen regelmäßig überprüft und  gegebenenfalls auch anpasst. Also:

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