Die Korrektur der Wachstumsprognosen in der Eurozone Ende letzter Woche durch die EZB ist sehr schnell im Markt verdaut worden. Das  hatte sicherlich etwas damit zu tun, dass ein solcher Schritt im Vorfeld schon erwartet wurde. Konkret stufte die EZB ihre Wachstumsprognose  für die Eurozone in diesem Jahr von vorher 1,7% auf 1,1% herunter. Dies diente auch zur Begründung, warum man in der Wortwahl für die  Zinsperspektive noch weiterging und nun bis mindestens Ende des Jahres keine Zinserhöhung erwartet.

Warum die Euromärkte auch relativ gelassen reagierten, dürfte an einem anderen Thema liegen. Denn die Börsen antizipieren zukünftige  Entwicklungen. Zwar liegt das BIP 2019 ebenfalls in der Zukunft, aber die Anleger schauen schon noch weiter. Und da deuten die aktuellen  Prognosen darauf hin, dass es bei einer Konjunkturdelle in diesem Jahr bleibt und im kommenden Jahr wieder höhere Wachstumsraten  möglich sind. Und das bietet auch die Grundlage, warum die Investoren derzeit weiter optimistisch bleiben, auch wenn aktuelle Datensätze immer mal wieder für etwas Unruhe sorgen.

Ein Indiz, dass man an den Märkten wieder auf bessere Konjunkturzeiten spekuliert, zeigt sich auch in der Performance einzelner  Ratingklassen am Anleihenmarkt. Der Blick auf die nebenstehende Grafik zeigt: Ausgerechnet die besonders riskanten Anleihen mit Bonität- Ratings von CCC und schlechter haben in diesem Jahr nicht nur im Vergleich zu anderen Ratingklassen deutlich besser abgeschnitten, sondern  auch weit über ihrem 5-Jahres-Durchschnitt.

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