In dieser Woche konnten die Märkte ein mehr als zweifelhaftes Jubiläum feiern. Denn vor zehn Jahren, genauer gesagt am 30. November 2011, wies erstmalig ein zweijähriges festverzinsliches Bundes-Wertpapier auf Schlusskursbasis eine negative Rendite von damals 0,02% aus. Das hieß in der Praxis also, dass erstmals Bond-Anleger bereit waren, mehr für ein Wertpapier zu zahlen, als sie am Ende wiederbekommen würden.

Seitdem hat sich viel am Anleihenmarkt, zumal am globalen, verändert. Denn war damals dieses Ereignis noch sehr isoliert und löste bei vielen Marktteilnehmern nur Kopfschütteln aus, wurde es in den Folgejahren geradezu üblich, dass insbesondere Staatsanleihen mit negativen Fälligkeitsrenditen an den Markt kamen, also schon bei Auktionen entsprechend negative Renditen aufwiesen. Die Bundesrepublik verdiente dabei als erste richtig Geld mit der Versteigerung von negativ rentierenden Anleihen.

Der bisherige Höhepunkt dieser Negativ-Rallye wurde Ende 2020 erreicht. Damals erreichte das Volumen an Anleihen mit negativen Renditen international den Rekordwert von über 18 Bio. USD. Aktuell liegen wir bei 12 Bio. USD, immer noch sehr hohe Volumen, die allerdings durchaus beginnen widerzuspiegeln, dass sich die Märkte auf eine Zinswende vorbereiten.

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