Folgt man der Annahme, dass die Weltwirtschaft vor einer Phase der Wachstumsabschwächung steht, rückt natürlich wieder die Verschuldungsfrage einzelner Marktsektoren in den Fokus. Denn eine Konjunkturdelle (von Rezession wollen wir an dieser Stelle noch nicht sprechen), ist gut abzufedern, je besser die jeweilige finanzielle Struktur aussieht. Denn hohe Verschuldung bedeutet auch hohe Finanzierungskosten und damit in einer Wirtschaftsabkühlung entsprechenden Druck auf die Gewinne. Hinzu kommt, dass die Frage der Refinanzierung in einem schwachen Umfeld schnell zur Überlebensfrage werden kann.

Schaut man auf die globale Verschuldungssituation, haben wir zwar derzeit keine richtig kritischen Verhältnisse, aber eben auch keine, in denen man Entwarnung geben könnte. Wie das regelmäßigen Lesern bereits bekannte Institut of International Finance in seinem regelmäßigen Global-Debt-Monitor auswies, erreichte die globale Verschuldung per Ende des dritten Quartals 2018 einen Stand von 318% des Welt-BIP. Das ist nur knapp unter dem Allzeithoch von 320% im dritten Quartal 2016.

Interessant dabei ist sicherlich, wie die einzelnen Wirtschaftssektoren ihrerseits in den Verschuldungstendenzen aussehen. Dabei bildet nach wie vor die Finanzkrise 2007/2008 eine der wichtigsten Zäsuren. Das merkt man insbesondere an den beiden Bereichen Staatsschulden und  Schulden des Finanzsektors. Während Erstere im Verlauf der Finanzkrise ihre Verschuldung weltweit deutlich ausweitete (von gut 55% in 2009 auf aktuell rund 85% des BIP), konnte der Finanzsektor seine Verschuldung im gleichen Zeitraum von über 90% auf derzeit rund 80% abschmelzen.

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