Die Sitzung der US-Notenbank in dieser Woche war erwartungsgemäß ein Non-Event. Faktisch niemand hatte auf dem Zettel, dass hier etwas passieren würde. Schließlich gilt die Sommer-Sitzung traditionell eher nur als Pflichttermin, der in der Regel wenig Neues bringt. Dies nur in Krisenzeiten, die aber trotz des Handelsstreits der USA mit faktisch allen großen Handelspartnern weiterhin nicht zu diagnostizieren sind. Entsprechend beließ es die Notenbank auch bei ihrer bisherigen Leitzinsspanne zwischen 1,75% bis 2%.

Dennoch horchten die Marktteilnehmer genau auf die grundlegenden Einschätzungen der Währungshüter. Denn diese gaben sich diesmal ungewohnt optimistisch bezüglich der amerikanischen Wirtschaft. Die Einschätzung, dass die Wirtschaftsaktivitäten derzeit stark zunehmen, wurde dann auch gleich als Hinweis verstanden, dass für den weiteren Jahresverlauf noch mit mindestens zwei Zinserhöhungen zu rechnen ist, sehr wahrscheinlich im September und im Dezember.

Auch das ist letztlich keine Überraschung, verweist allerdings auch noch auf ein anderes Thema, das derzeit in den Medien, insbesondere in den so genannten liberalen, aufgegriffen wird. Denn US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt zu Äußerungen hinreißen lassen, dass er mit der derzeitigen Zinspolitik der Fed „nicht glücklich“ sei. Von seiner Warte aus verständlich. Denn er tut bekanntlich alles, um die US-Wirtschaft unter Dampf zu setzen. Dass die Fed nun mit höheren Zinsen dagegen steuert, ist ihm natürlich ein Dorn im Auge. Allerdings halten wir aktuelle Einschätzungen, dass Trump sogar an der Unabhängigkeit der Notenbank rütteln würde, für politisch dann doch zu durchsichtig. Denn auch er dürfte bei aller  „Unkonventionalität“ seiner politischen Entscheidungsprozesse wissen (zumindest seine Berater), dass er bei der Fed auf Abstand bleiben muss.

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