Nun also doch. Die italienischen Chaos-Tage haben ihren vorläufigen Schlusspunkt in der Neuauflage der Regierung aus 5-Sterne-Bewegung und Lega Nord gefunden. Nachdem das erste Kabinett von Staatspräsident Mattarella abgelehnt worden war, weil ausgerechnet der scharfe Euro-Kritiker Paolo Savona Finanzminister werden sollte, gab es nun einen Personal-Kompromiss.

Savona wird jetzt Minister für EU-Beziehungen, was nicht ohne Witz ist. Statt seiner wird der 69 Jahre alte Wirtschaftsprofessor Giovanni Tria Finanzminister. Er gilt nicht als Verfechter für den Austritt Italiens aus der Eurozone. Das Kabinett unter dem Juristen Giuseppe Conte wird am heutigen Freitag vereidigt. Diese nochmalige Volte in der  egierungsbildung war aber auch schon in den letzten Tagen absehbar, da der von Mattarella beauftragte Wirtschaftswissenschaftler Carlo Cottarelli in keiner Konstellation eine Mehrheit im Parlament gefunden hätte.

Da die 5-Sterne-Bewegung und die Lega Nord zusammen sowohl in der Abgeordnetenkammer als auch im Senat über Mehrheiten verfügen, dürfte die nötige Vertrauensabstimmung für die neue Regierung ohne Probleme über die Bühne gehen. Und dann fängt der Koalitionsalltag an. Geht man von der bisherigen Agenda der beiden neuen Regierungsparteien aus, dürften erste Konflikte mit Brüssel und anderen Euro-Mitgliedsländern nicht lange auf sich warten lassen.

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