Die EZB-Ratssitzung am heutigen Tag war mit großer Spannung erwartet worden. Dies galt insbesondere für die Fragestellung, ob die EZB erneut einen großen Schritt zur Bekämpfung der galoppierenden Inflation gehen wird oder, wie manche Prognosen es auswiesen, eher zaghaft ans Werk geht, um insbesondere die Euro-Südländer nicht zu stark in Bedrängnis zu bringen.

Nun liegt die Antwort auf dem Tisch. Denn die Europäische Zentralbank hat erneut die Leitzinsen um 75 Basispunkte angehoben. Das ist die mit Abstand aggressivste Zinserhöhungsfolge seit der Einführung des Euro. Aber mit Blick auf die Inflation, die im September revidiert um 9,9% zulegte, blieb dem EZB-Rat wohl auch nichts anderes übrig, um nicht seine Glaubwürdigkeit mit Blick auf das besondere Mandat, die Währungsstabilität zu wahren, zu verlieren.

Aber nicht nur die Zinserhöhung stand im Fokus der heutigen Sitzung. Zum einen stellt man den Euro-Geschäftsbanken ein riesengroßes Stoppschild in den Weg. Dabei geht es um die speziellen Refinanzierungsgeschäfte namens TLTRO, die während der Coronakrise die Liquidität aufrechterhalten sollten. Das aktuelle Problem dabei: Je höher die Leitzinsen steigen, umso höher fallen die letztlich risikolosen Zinsgewinne der Banken aus. Deshalb hat die EZB nun beschlossen, die entsprechenden Zinssätze der Refinanzierungsgeschäfte an die Leitzinsen zu koppeln. Was nichts anderes heißt, dass es für die Banken teurer wird, wenn sie die Geldmittel aus diesem TLTRO-Aktivitäten bis zur Fälligkeit halten.

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