Eigentlich gehören die deutschen Volks- und Raiffeisenbanken im europäischen Geflecht von Finanzwirtschaft und Politik zu den Stimmen, die gern einmal überhört werden. Prominentestes Beispiel dabei ist sicherlich die Diskussion um eine europäische Einlagensicherung, gegen die sich die Genossenschaftsbanken mit Händen und Füßen wehren. Denn sie haben seit Jahrzehnten ihr eigenes abgeschlossenes und etabliertes Sicherungsmodell und fürchten natürlich, für Rettungsmaßnahmen anderer Institute herangezogen zu werden.

Verdienst der Genossenschaftsbanken ist es allerdings, immer wieder auch auf Themen hinzuweisen, die gern von der Euro-Politik verschleiert oder minimalisiert werden. Dazu gehört auch die weiterhin vorhandene Problematik, wie mit Staatsanleihen in Beständen von Banken umgegangen wird. Faktisch müssen Risiken aus Staatsanleihen der Eurozone immer noch nicht besonders in den Bankbilanzen berücksichtigt werden. Was natürlich auch eine Grundlage war, warum in den vergangenen Jahren europäische Banken überhaupt bereit waren, Staatsanleihen weiterhin zu kaufen.

Allerdings zeigen die derzeitigen Relationen, dass hier in einigen Märkten weiterhin hohe Risiken schlummern. Das gilt insbesondere für Italien, wo rund 16,5% der Staatsanleihen bei den heimischen Banken abgeladen wurden. Auch Spanien, Portugal und Slowenien haben hier überdurchschnittlich hohe Quoten zu verzeichnen. 

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