Es war für viele Marktteilnehmer der wichtigste Termin in dieser Woche – die Sitzung der Europäischen Zentralbank. Die Erwartungen an die Euro-Währungshüter waren dabei hoch. Nichts anderes als ein starkes Signal für eine neue Zinssenkungsrunde war im Vorfeld gewünscht worden. Dabei wäre es wohl relativ unerheblich gewesen, ob es hierbei tatsächlich um Zinssenkungen ginge oder nur um die Aussicht auf ein neues Anleihenkaufprogramm.

Was dann am Donnerstagnachmittag bekannt wurde, schien auf den ersten Blick die Erwartungen zu erfüllen. So wurde im schönsten  Geldpolitiker-Sprech angedeutet, dass es bis Mitte 2020 zu niedrigeren Zinsen kommen könnte. Bislang hieß es hierzu aus dem Frankfurter  EZB-Turm, dass man an den Schlüsselsätzen bis zur Mitte nächsten Jahres nicht rütteln wolle. Außerdem gab die EZB bekannt, dass die  zuständigen Ausschüsse nun Optionen prüfen sollten, ob es zum Beispiel Staffelzinsen bei den Einlagenzinsen geben sollte oder sogar erneute Anleihenkäufe.

Das Problem dabei: Wenn jetzt erst mal in den Ausschüssen diskutiert wird, rückt nach Ansicht vieler Marktteilnehmer eine schneller gewünschte Reaktion der EZB in die Ferne. Und das, obwohl Mario Draghi schon im Juni eine weitere Lockerung signalisiert hatte und auch die Bestallung von Christine Lagarde als seine Nachfolgerin eigentlich für eine Fortsetzung und auch Ausweitung der ultra-lockeren Geldpolitik sprechen würde. Doch wie es im Markt so ist: Wer sich mit Erwartungen weit aus dem Fenster lehnt, wird ungeduldig und kann dadurch auch schnell enttäuscht werden.

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