Der Markt für Euro-Unternehmensanleihen nimmt Kurs auf ein Rekordjahr. In einer Zwischenbilanz zeigt sich, dass hier sogar die Spitzenwerte  aus 2017 womöglich erreicht und übertroffen werden könnten. Bezogen auf den jetzigen Stand ist schon ein Rekord erreicht, so wurden im  September auf Euro lautende Unternehmensanleihen (unabhängig vom Firmensitz) im Gesamtwert von 67,5 Mrd. EUR platziert und damit der  bisherige Spitzenwert aus dem März 2016 (56,1 Mrd. EUR) deutlich überboten.

Dabei sind es nicht nur die Unternehmen selbst, welche das günstige Zins- und damit auch Refinanzierungs-Umfeld ausgiebig nutzen. Das  würde nicht funktionieren, wenn es nicht auf Investorenseite eine entsprechende Nachfrage gäbe. Bislang zeigt sich aber, dass viele  Emissionen zum Teil deutlich überzeichnet sind, also die Nachfrage noch längst nicht bedient wurde. Dabei müssen sich die Anleger nach wie  vor mit Minizinsen begnügen. Im Investmentgrade-Bereich beträgt die durchschnittliche Rendite über alle Laufzeiten und Ratings hinweg nur 0,40%.  Etliche Emissionen auch im Unternehmensbereich können sogar mit negativen Renditen an den Markt kommen (beispielsweise zuletzt  Siemens).

Natürlich stellt sich beim Blick auf solche Marktverhältnisse die Frage, warum Investoren hier weiterhin so kräftig zugreifen und ob daraus  womöglich die Gefahr einer Blase entstehen könnte? Aktuell ist die Erklärung relativ einfach formuliert. Denn es fehlen den Investoren schlicht  die Alternativen. Staatsanleihen gibt es im Euro-Raum mittlerweile fast ausschließlich nur noch mit negativen Renditen. Ähnliches sieht man  auch bei Pfandbriefen.

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