Der Markt braucht Führung. Das ist ein ehernes Gesetz, was vielleicht nicht immer in seinen Details ganz offensichtlich und überschaubar ist. Und auch nicht jede Handlung beispielsweise von den Notenbanken ist immer komplett richtig und nachvollziehbar. Aber das, was beispielsweise gerade die Europäische Zentralbank macht, grenzt geradezu an Arbeitsverweigerung. Das zeigte sich auch auf der aktuellen Sitzung am Donnerstag.

Im Vorfeld hatte sich eine gehörige Spannung aufgebaut, was denn die Euro-Währungshüter zu der nach wie vor erheblichen Teuerungsrate in der Eurozone sagen werden. Diese lag bekanntlich im Januar bei 5,1% auf annualisierter Basis. Doch statt hier im Wesentlichen das Thema aufzugreifen und eben dem Markt eine entsprechende Leitlinie zu geben, gefallen sich die Notenbanker weiterhin im Ungefähren. Der Zinssatz blieb erwartungsgemäß bei 0%. Auch die milliardenschweren Anleihenkäufe werden bislang nicht angetastet. Da fragt sich inzwischen schon mancher auf dem Parkett, ob sich die EZB nicht klammheimlich von ihrem eigentlichen Grundziel, der Preisstabilität, verabschiedet hat. Immerhin:

Wer zwischen den Zeilen las, konnte zumindest feststellen, dass sich die EZB mit ihrer Chefin Christine Lagarde dann doch schon den einen oder anderen Gedanken macht. So wurde letztlich zwar erneut erklärt, dass es in diesem Jahr sehr wahrscheinlich keine Zinserhöhungen geben werde. Doch lässt man sich die sprichwörtliche Tür offen, dass dies natürlich auch von den Daten abhänge, man aber nichts überstürzen wollen.

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