Das Spannungsfeld zwischen den derzeit guten Bedingungen an den Kapitalmärkten einerseits und einem möglichen Handelskrieg andererseits führt aktuell zu steigenden Aktien und Unternehmensanleihen in den Industrieländern und Kursverlusten an den chinesischen Börsen und drum herum. Zwar waren die chinesischen Konjunkturzahlen wie Kreditvergabe usw. zuletzt noch immer überzeugend positiv, nicht aber das Wachstum der Geldmenge M1 im Vergleich zum nominalen Wirtschaftswachstum. Hier kann es natürlich kurzfristig wieder zu einem Umsteuern der Notenbank kommen. Hinzu kommt die anhaltend schwache Währung, bei der man ebenfalls nicht so genau weiß, ob hier die chinesische Notenbank ebenfalls die Finger im Spiel hat.

Ein drohender Handelskrieg hat bislang auch negative Auswirkungen an den Rohstoffmärkten – allen voran den Metallen, wo man natürlich vor allem vom Absatz in China abhängt. Als weitaus weniger exponiert gilt hier der Energiekomplex, wobei auch hier China als größter Nachfrager zuletzt knapp 7% mehr Öl verbrauchte. Viel wichtiger als China sind für den Ölpreis die momentan noch verbal geführten Auseinandersetzungen zwischen dem US-Präsidenten und dem Iran, die vor wenigen Tagen einen neuen Kulminationspunkt erreichten. Man muss sich vor Augen führen, dass der Iran – sollte er die Drohung die Straße von Hormuz zu schließen, wahr machen – Saudi Arabien und die Vereinigten Emirate um ihre wichtigste Transportroute bringen würde. Während dann die einen ihre Ölförderung massiv reduzieren müssten, gäbe es niemanden mehr, der diese Lücke kurz- und  mittelfristig ausfüllen könnte.

Es ist daher auszuschließen, dass die Vereinigten Staaten ein solches Manöver des Iran längere Zeit hinnehmen würden. Der nächste Golfkrieg wäre im Anmarsch. Bis jetzt hat Trump noch keinen großen Schaden an der Weltwirtschaft angerichtet. Hoffentlich bleibt das auch hier aus.

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