Beim Kabelnetzbetreiber Tele Columbus sind nach und nach kleine operative Fortschritte zu erkennen. Zwar musste das Unternehmen im dritten Quartal erneut einen Umsatzrückgang um 3,5% verbuchen. Doch auf Sicht der ersten neun Monate ergibt sich ein kleines Plus von 0,5%. Noch deutlicher werden die Fortschritte beim operativen Gewinn auf Ebene EBITDA. Im dritten Quartal erreichte Tele Columbus hier eine Verbesserung um 10,5% auf 50,2 Mio. EUR. Auf die ersten neun Monate gerechnet betrug das Plus immerhin noch 8,4% auf 155 Mio. EUR.

Indes: Netto bleibt Tele Columbus in der Verlustzone und musste diese in den ersten neun Monaten auf 40 Mio. EUR sogar deutlich ausbauen. Hier enthalten sind einerseits hohe Investitionen in das Kabelnetz, andererseits die nach wie vor hohe Belastung aus Finanzierungskosten. So bleibt das Niveau bei den Finanzschulden mit 1,4 Mrd. EUR hoch, immerhin aber stabil. Die Hoffnung, die sich jetzt aufbaut, liegt klar in einem breiteren operativen Geschäft. So konnte man kürzlich einen Vertrag mit Telefonica Deutschland schließen, was zu einer höheren Auslastung des Glasfasernetzes (und damit zu einer höheren Rentabilität) führen dürfte.

Die wohl spannendste Frage bei Tele Columbus dürfte allerdings sein, wie sich die neuen Weichenstellungen im Aktionärskreis auswirken. Denn  erst kürzlich ist Rocket Internet mit 12,3% eingestiegen. Die Startup-Schmiede springt dabei United Internet (28,5% Anteil) bei. United Internet ist  selbst an Rocket Internet mit 8% beteiligt. Der Telekom-Konzern hatte sich jüngst einen Machtkampf im Aufsichtsrat über die weitere Strategie geliefert. In  welche Richtung United Internet/ Rocket Internet nun mit Tele Columbus gehen wollen, ist zwar nach wie vor relativ unklar. An der Börse kommen  allein schon die Erwartungen gut an, dass es hier Bewegung geben.

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