Wir hatten Ihnen schon in der vergangenen Woche das neue große Risiko für die Eurozone skizziert. Auch in der aktuellen Ausgabe bleibt die Regierungsbildung in Italien ein wichtiges Thema. Weitere Details, wie sie insbesondere auch für den Aktienmarkt wichtig sind, lesen Sie dazu in unserer Aktien-Rubrik. An dieser Stelle geht es uns insbesondere um erwartete Auswirkungen auf bestehende und kommende Emissionen des italienischen Staates und seiner Kommunen.

Nach Bekanntwerden der ersten Pläne zeigte der Anleihenmarkt mit kräftig steigenden Renditen konkret seine Sorge, dass die neue italienische Regierung nicht nur eine höhere Verschuldung in Kauf nimmt, sondern insgesamt auch hinsichtlich der Kreditqualität zum unsicheren Kantonisten werden könnte. Man mag zu den neuen Ausgabeplänen stehen wie man will: Allein die Tatsache, dass die beiden Regierungspartner über Schuldenerlass, Euro-Austritt und Neuverhandlung des Stabilitätspaktes reden, erschreckt die Anleger und dürfte das Misstrauen gegenüber der neuen Regierung nur noch weiter steigern.

Unsere Befürchtung: Bei den beiden Regierungsparteien haben wir es mit Leuten zu tun, die auch das Chaos nicht scheuen, um ihre Agenda durchzusetzen. Das lässt nichts Gutes ahnen für die italienischen Staatsanleihen und für die Möglichkeit, sich weiterhin vernünftig zu verschulden. Und es lässt natürlich auch nichts Gutes ahnen für die Kommunalanleihen. Davon haben wir zwei in unserem Musterportfolio Euro-Staatsanleihen, einmal die Region Umbrien und einmal die Stadt Mailand. Nachdem sich insbesondere die Umbrien-Anleihe in den letzten Monaten erfreulich aus einer Talsohle herausarbeiten konnte, ist das nach dem Wahlsieg von Lega Nord und M5S wieder Makulatur.

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