Was lange währt… Bereits im März hatte der österreichische Versorgerverbund erklärt, über eine Akquisition der Mehrheitsbeteiligung an Gas Connect Austria nachzudenken. Die infrage kommenden 51% lagen bislang beim Öl- und Gas-Förderer OMV. In den vergangenen Monaten kam dann entsprechend das offizielle Kaufangebot, was nun auch angenommen wurde. So verkauft OMV seinen Anteil an Gas Connect für 271 Mio. EUR. Außerdem übernimmt Verbund die noch ausstehenden Schulden von Gas Connect zum Zeitpunkt des Vollzuges im kommenden Jahr. Per Ende Dezember letzten Jahres lagen diese Schulden bei rund 166 Mio. EUR.

Wie ist das für OMV zu werten? Für das Unternehmen, zu dessen wichtigsten Aktionären einerseits der österreichische Staat (31,50%) und die vereinigten Arabischen Emirate (24,90%) gehören, geht es hier aktuell wohl nur zweitrangig um strategische Überlegungen. Vielmehr ist das ein Mittel, sich aus Nicht-Kern-Assets zurückzuziehen und damit Liquidität zu schöpfen. Denn die Herausforderungen an anderer Stelle sind extrem hoch.

Zu nennen sind da vor allem auch die Belastungen aus der Ölpreis-Entwicklung. So hatte OMV erst Anfang der Woche seine Ölpreis-Prognosen von zuvor 70 USD bzw. 75 USD je Barrel auf 60 USD je Barrel für 2022 und 2023 herabgesenkt. Für das laufende Jahr rechnet man nur mit 50 USD  Durchschnittspreis je Fass. Über das Jahr 2023 hinaus rechnet OMV dabei mit keinen wesentlichen Preisverbesserungen. Deshalb gab es auch mit Blick auf das Q3-Ergebnis schon die Ankündigung, hier nicht-liquiditätswirksame Abschreibungen in Höhe von 600 Mio. EUR vornehmen zu wollen im Upstream-Segment. Upstream bezeichnet hier die Erschließung, Förderung und Bereitstellung von Öl für die Weiterverarbeitung.

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