Dem einen oder anderen ist es aufgefallen: Der angeschlagene brasilianische Mischkonzern Odebrecht (Stichwort Carwash-Bestechungsskandal) hat die am 25.04. fälligen Halbjahreszinsen auf die 2042er USD-Bonds nicht bezahlt. Nach den Usancen hat er Zeit, diese binnen eines Monats nachzuzahlen, um einen kompletten Ausfall aller Bonds, einen so genannten Cross-Default, zu verhindern.

Nachdem auf dem südamerikanischen Kontinent offensichtlich Hinz und Kunz in der Politik Bestechungsgelder erhalten haben, war bislang mit Neuaufträgen seitens staatlicher Auftraggeber nicht zu rechnen. Zu groß ist die Angst vor erneuten Vorwürfen. Ob die aktuelle Durststrecke dem Baukonzern das Genick bricht, dürfte sich in diesen Tagen entscheiden. Mit der brasilianischen Staatsanwaltschaft hatte Odebrecht in Nachverhandlungen nun einen Nachlass auf die schon 2016 verhängte Strafe von 3,8 Mrd. bras. Reais herausgehandelt. Zu zahlen sind nun 2,7 Mrd., was rund 734 Mio. USD entspricht.

Parallel hierzu fand sich eine Bank, die dem Konzern weitere 2,6 Mrd. bras. Reais als Darlehen gibt. Das war möglich, weil die nicht börsennotierte Mutter von Odebrecht für den Kredit börsennotierte Braskem-Aktien verpfändet hat, von denen sie 23% des Aktienkapitals hält und die mit ihrem Börsenwert den Kreditbetrag übersteigen. Außerdem wurden weitere 7 Mrd. bras. Reais an kurzfristigen Krediten, darunter auch Gewährleistungsbürgschaften mit einem Anteil von 3 Mrd. bras. Reais, verlängert.

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