Was für eine Wendung! Noch Mitte Februar konnten wir darüber berichten, dass der finnische Mobilfunkausrüster Nokia durchaus  optimistisch auf das neue Geschäftsjahr schaut, auch wenn noch reichlich Hausaufgaben zu machen sind, insbesondere in der  Kostenstruktur. Doch das ist in dieser Woche erst einmal nebensächlich geworden. Denn zum Wochenbeginn wurde überraschend  mitgeteilt, dass der bisherige Chef Rajeev Suri zu Ende August seinen Posten räumen wird.

Zum Verhängnis dürfte ihm dabei geworden sein, dass er es bislang nicht geschafft hatte, Nokia überzeugend als  Lieferanten von 5G-Technik zu positionieren. Enttäuscht waren zuletzt die Investoren auch, dass wesentliche Verbesserungen in  der Profitabilität erst im kommenden Jahr avisiert wurden. Außerdem machte Suri keine glückliche Figur bei der Kommunikation  weiterer strategischer Optionen von Nokia. So waren beispielsweise Asset-Verkäufe bis hin zu Fusions-Gedanken im Spiel.

Nachfolger von Suri wird Pekka Lundmark. Kein unbekannter Name in der Branche, war er doch früher schon einmal bei Nokia,  damals verantwortlich unter anderem für die Strategie der Netzwerk-Sparte. Einen Namen hat er sich zuletzt allerdings als CEO  des staatseigenen finnischen Energieversorger Fortum gemacht. Zur Erinnerung: Fortum ist die Gesellschaft, die seit mehr als zwei  Jahren eine feindliche Übernahme des deutschen Uniper-Konzerns vorantreibt. Mittlerweile sollen die Finnen sich rund 70% der  Uniper-Anteile gesichert haben. Dass es bislang noch nicht mehr geworden sind, lag an einem Veto aus Russland, wo Uniper an als  strategisch bedeutend eingestuften Projekten beteiligt ist. Doch haben die Russen inzwischen grünes Licht gegeben. 

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