HSH: Auf der Zielgeraden?

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HSH: Auf der Zielgeraden?

Im Verkaufsprozess der ehemaligen Landesbank Hamburg/Schleswig-Holstein könnte es kurzfristig zu einer Entscheidung kommen. Nach aktuellem Kenntnisstand sind nur noch zwei Bieter mit an Bord. Auf der einen Seite die Private-Equity-Firma Apollo Global Management, auf der anderen ein Konsortium aus JC Flowers und Cerberus. Letzterem werden die größten Chancen auf eine Übernahme eingeräumt, da sie nach bisherigen inoffiziellen Informationen über 700 Mio. EUR für das Kreditinstitut bieten sollen.

Apollo liegt mit seinem Angebot darunter, wenn auch nicht sehr viel. Hier könnte insbesondere den Ausschlag geben, dass JC Flowers bereits seit 2006 eine Minderheitsbeteiligung an der HSH hält. Cerberus verfügt ebenfalls über sehr gute Erfahrungen im Bankgeschäft. So ist man unter anderem an der Commerzbank und der Deutschen Bank beteiligt und übernahm im vergangenen Jahr die Südwestbank.

Könnte die HSH für die 700 Mio. EUR verkauft werden, wäre dies natürlich ein großer Erfolg angesichts der Tatsache, dass die Bank weiterhin noch über einen hohen Bestand an faulen Krediten verfügt. Viel Spielraum für Verhandlungen bleibt sowieso nicht, da nach den Auflagen der EU für die Zustimmung zur Rettung der Bank 2009 der Verkauf bis Februar vollzogen werden muss.

Allerdings wäre auch dies nur eine Zwischenstation. Denn abgesehen davon, dass natürlich die entsprechenden Aufsichtsbehörden zustimmen müssen, dürfte vor allem die Überführung der Bank vom bisherigen Haftungsverbund der öffentlich-rechtlichen Institute in das Einlagensicherungssystem der privaten Banken noch einige Herausforderungen bereithalten. Hier scheint als gangbare Lösung ein Wechsel nach drei Jahren möglich zu sein, in denen die Bank ihre faulen Kredite noch weiterhin abbauen müsste.

Dennoch wären natürlich insgesamt die Weichen auch für die Anleihengläubiger der HSH positiv gestellt. Wir hatten zuletzt in Ausgabe 45/17 darauf hingewiesen, dass die meisten Anleihen grundsätzlich zum letzten Buchwert kündbar sind, der nach der letzten Bilanz 2016 bei 52,4% lag. Doch unter den gegebenen Voraussetzungen rechnen wir hier weiterhin mit signifikant höheren Rückkaufsangeboten, wenn auch nicht zu 100%.

Dabei bleibt die ewige Dollar-Anleihe mit einem Kupon von 7,25% nach wie vor unsere Topposition. Denn diese kann nur zu 100%  gekündigt werden und die Wahrscheinlichkeit, dass dies auf absehbare Zeit geschieht, wäre unter einem neuen Management sehr hoch. Diese Perspektive hat der Markt seit September letzten Jahres, als ein Verkauf immer wahrscheinlicher wurde, aufgegriffen. Mit den neuesten Meldungen hat sich dieses Momentum sogar noch kräftig verstärken können. Fazit: Bleiben Sie investiert.

Von | 2018-01-18T15:59:41+00:00 18.01.2018|Kategorien: Anleihenmarkt|Kommentare deaktiviert für HSH: Auf der Zielgeraden?

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