Mazedonien gelingt starker Auftritt

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Mazedonien gelingt starker Auftritt

Die Emissionstätigkeit am Markt für europäische Staatsanleihen bleibt auch in der dritten Woche des neuen Jahres hoch. Hatten in den ersten beiden Wochen vor allem die Klassiker aus Mittel- und Südeuropa das IPOZepter geschwungen, verlagert sich nun der Fokus auf Südost-Europa. Dabei sticht die Emission einer neuen Staatsanleihe durch die ehemalige jugoslawische Teilrepublik Mazedonien besonders hervor.

Dies vor allem deshalb, weil das Land gerademal vor einem halben Jahr in einer massiven Regierungskrise steckte. Im Mittelpunkt damals die rechtsgerichtete Regierung von Premierminister Nikola Gruevski, die sich in einen Abhörskandal verwickelte. In der Folge gab es einen Wechsel hin zur prowestlichen Regierung des sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Zoran Zaev. Dies hatte auch zur Folge, dass Mazedonien einen Schwenk machte weg von einer eher russlandfreundlichen Außenpolitik hin zu einer anvisierten Mitgliedschaft in der NATO. Letzterem steht derzeit eigentlich nur noch ein Aspekt entgegen: Der Namensstreit mit Griechenland.

Denn seit mittlerweile 27 Jahren streiten beide Länder darüber, ob sich Mazedonien Mazedonien nennen darf. Die Griechen lehnen dies bislang vehement ab, weil sie fürchten, dass der Nachbar Gebietsansprüche an die gleichnamige griechische Provinz stellen könnte. Ganz aktuell liegt aber unter Vermittlung der UN ein Kompromissvorschlag auf dem Tisch, der nicht nur den Namensstreit beenden könnte, sondern letztlich auch den bislang durch Griechenland blockierten Weg in die NATO ebnen würde.

Unter diesen Voraussetzungen hat Mazedonien nun eine neue 500 Mio. EUR schwere Anleihe platziert. Diese wurde mit einem Ordervolumen von rund 2,4 Mrd. EUR sehr gut angenommen. Damit honorierten die Investoren zweierlei: Zum einen zeigt sich Mazedonien entlang seiner bisherigen Zinskurve mit den angebotenen Konditionen sehr vernünftig, auch wenn das Pricing quasi ein Rekordtief bedeutet.

Andererseits rechnet man damit, dass die mazedonische Wirtschaft in diesem Jahr wieder deutlich besser läuft als im vergangenen Jahr. Kurz vor Jahresende 2017 beschloss das Parlament sein Haushaltsbudget für dieses Jahr (unter dem Boykott der größten ppositionspartei). Dabei wurde die Prognose aufgestellt, dass die Wirtschaft in diesem Jahr um 3,2% wachsen könnte. Dies wäre eine mehr als eindrucksvolle Umkehr, nachdem nach bisherigen Schätzungen der Notenbank Mazedonien im vergangenen Jahr nur um 0,5% (2016 + 2,5%) wachsen konnte.

Fazit: Die neue Anleihe halten wir unter spekulativen Aspekten für eine Depotbeimischung geeignet. Mit der hohen Mindeststückelung sollte allerdings auch eine entsprechende Portfoliogröße vorhanden sein.

Von | 2018-01-18T15:53:25+00:00 18.01.2018|Kategorien: Anleihenmarkt|Kommentare deaktiviert für Mazedonien gelingt starker Auftritt

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