Großbritanniens Bislang-Premier Boris Johnson hat letzte Woche mit Bravour die Parlamentswahlen gewonnen – und damit alle Karten in der Hand,  um den Brexit Ende Januar zu vollenden. Auch wenn in Kontinentaleuropa insbesondere in der veröffentlichten Meinung wieder einmal darüber  diskutiert wird, dass die Briten einem waschechten Populisten auf den Leim gegangen sind, so kann man das neue Votum sicherlich auch so  interpretieren, dass die Mehrheit auf der Insel trotz aller Warnungen den Brexit tatsächlich will.

Nun gibt es eine besondere Fragestellung. Denn wenn der Brexit kommt, ist jetzt sicherlich schon absehbar, dass die britische Wirtschaft  und letztlich auch die Verbraucher vor höhere Herausforderungen gestellt werden. Diese will Johnson mit einem speziellen fiskalischen Programm  auffangen. Und die Gelegenheit zur Finanzierung dieses Programms scheint mehr als günstig.

Mit einem aktuellen Leitzins von 0,75% (seit August 2018) wären die Kreditkonditionen für die Regierung, wenn sie erneut Pfund-Anleihen herausgeben will (sogenannte  Gilt), weiterhin sehr günstig. Selbst  wenn man sich überlegt, hier in Fremdwährungen zu gehen, bleibt das  Umfeld attraktiv. Wobei die Besonderheit nicht im Zins liegen dürfte, sondern in der Laufzeit. Denn nicht wenige Marktteilnehmer erwarten, dass  Großbritannien im kommenden Jahr erneut mit einer 100-jährigen Anleihe herauskommen könnte.

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