Anscheinend sind europäische Großkonzerne nicht mehr in der Lage, vernünftige Fusionen zu schmieden. Jedenfalls ist der nächste Traum eines europäischen Champions geplatzt. Denn der italienisch-amerikanische Autokonzern Fiat Chrysler zog vergangene Nacht überraschend sein Fusionsangebot für die französische Renault zurück.

Begründet wird der Rückzug in Rom damit, dass man derzeit auf französischer Seite nicht die notwendigen politischen Voraussetzungen für einen Zusammenschluss sähe. Als Argument führte man an, dass die Entscheidung bei Renault, offiziell in Fusionsgespräche zu treten, auf Anforderung der staatlichen Anteilseigner erneut verschoben wurde. Aus Paris wird natürlich eine gänzlich andere Darstellung geliefert. Denn die Franzosen  bemängeln, dass Fiat Chrysler von Anfang an ziemlich Druck ausgeübt hätte, schnell zu einer Entscheidung zu kommen. Sollte dies tatsächlich der Fall gewesen sein, kann man nur über die Intentionen der Italiener spekulieren. Womöglich liegt der Grund wohl darin, dass sich der japanische Renault– Partner Nissan bislang sehr bedeckt hielt und es bei Analysten allgemein hieß, dass eine Fusion ohne die Japaner keinen Sinn ergeben würde. Vielleicht hat Rom deshalb so schnell die Reißleine gezogen. Natürlich sind an dieser Stelle andere Möglichkeiten nicht ausgeschlossen.

Dieser Inhalt ist nur für ICM Premium Mitglieder abrufbar.
Einloggen Registrieren