Keine Frage: China hat große Probleme. Der Handelsstreit mit den USA setzt dem Reich der Mitte gehörig zu, was auch auf dem diesjährigen Nationalen Volkskongress, einer 10-Tages-Mammutveranstaltung in diesem Monat, nicht mehr zu kaschieren war. Allerdings können wir uns an dieser Stelle trotz der jüngsten schwachen Konjunkturdaten nicht dem grundlegenden Pessimismus anschließen, der in anderen Medien herrscht.

Denn noch hat China ausreichende Möglichkeiten, die Wachstumsgrößen stabil zu halten. Dass aus der Meldung, dass für dieses Jahr nur  noch ein BIP-Zuwachs von 6-6,5% erwartet wird, mal wieder von manchen Kommentatoren eine gefühlte Rezession gemacht wird, versperrt  den Blick auf die Möglichkeiten, die sich hier im weiteren Jahresverlauf ergeben könnten. Die eingangs geschilderte Neugewichtung im MSCI  Emerging Markets könnte hier ein Pfeiler für die Kapitalmärkte sein. Ein anderer sind die klaren Ankündigungen bezüglich neuer fiskalischer Stimuli.

So hatte Finanzminister Liu Kun angekündigt, dass es ein groß angelegtes Steuersenkungspaket geben soll. Darin enthalten auf jeden Fall eine deutliche Senkung der Mehrwertsteuersätze, wovon unter anderem auch die Bauwirtschaft profitieren soll. Zusätzlich hat Premierminister Li Keqiang angekündigt bzw. verfügt, dass die chinesischen Banken, allesamt in Staatsbesitz, in diesem Jahr ihre Kreditvergabe an den  KMUSektor um mindestens 30% erhöhen sollen. Das ruft natürlich gleich wieder die Kritiker auf den Plan, die darin eine deutliche Zunahme des Schuldenrisikos im Reich der Mitte sehen. Ohne Frage ist die Verschuldung des Staatssektors wie auch der Wirtschaft ein Risiko. Bislang zeigten allerdings die Ausfallquoten in der gewerblichen Wirtschaft noch keine ernsthafte Gefahr.

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