Alter Wein in neuen Schläuchen? In der europäischen Bankbranche verfestigt sich ein Trend, der eigentlich schon als begraben galt. Denn immer mehr Banken sind bemüht, ihre Geschäftsaktivitäten auch wieder auf den Bereich Allfinanz auszuweiten. Kurz gesagt handelt es sich bei dieser Strategie darum, den Bankkunden auch andere Produkte, insbesondere Versicherungsleistungen, anzubieten. Vor wenigen Jahrzehnten war dieses Geschäftsmodell bei Kreditinstituten und in der Regel konzerneigenen Versicherungstöchtern gang und gäbe, wurde aber dann von immer mehr Banken aufgegeben. Nun feiert es Renaissance.

Dabei wird derzeit um die besten Plätze gerangelt. Das kann man derzeit sehr gut in Spanien beobachten. Dort war bislang die deutsche Allianz strategischer Versicherungs-Partner der Banco Popular. Doch nun wurde der europäische Marktführer von der holländischen Aegon ausgestochen. Denn diese hat nun eine Partnerschaft mit der Banco Santander geschmiedet, die bekanntlich die bankrotte Banco Popular im vergangenen Jahr für einen symbolischen Preis von einem Euro übernommen hatte.

Auch wenn die nun anstehende Trennung mit einer Entschädigungszahlung in wahrscheinlich dreistelliger Millionenhöhe beendet werden dürfte, muss sich die Allianz als Verlierer sehen. Denn natürlich hätte eine weiterführende Kooperation mit der Banco Santander, die ja auch sehr stark im lateinamerikanischen Raum vertreten ist, ein erhebliches Wachstumspotenzial bedeutet.

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