Der amerikanische Flugzeughersteller und Marktführer übernimmt von der brasilianischen Embraer deren Verkehrsflugzeug-Geschäft. Damit zieht das Unternehmen mit Airbus gleich. Die Europäer hatten Ende letzten Jahres die entsprechende Bombardier-Sparte mit den neuen Regionalflugzeugen der CSeries per Joint Venture übernommen. Die CSeries konkurriert direkt mit den E-Jets von Embraer. Damit wird das faktische Duopol im weltweiten Flugzeugbau weiter zementiert.

Offiziell gründen Boeing und Embraer ein neues Gemeinschaftsunternehmen. Darin enthalten ist das Verkehrsflugzeug- und Servicegeschäft der Brasilianer. Doch die Beteiligungsverhältnisse zeigen schon, wo es lang geht. Denn Boeing wird an dem Joint Venture 80% halten, gleichzeitig die operative Kontrolle besitzen und das neue Unternehmen in die eigene Produktions- und Lieferkette integrieren.

Mit dem Deal verschafft sich Boeing direkten Zugriff auf den Markt für Regionalflugzeuge, der über  ein starkes Wachstum verfügt. Entsprechend geht Boeing davon aus, dass sich das neue Unternehmen bereits ab 2020 positiv auf das eigene Ergebnis je Aktie auswirken wird. Was insofern bemerkenswert ist, da die Vereinbarung bislang eigentlich nur eine Absichtserklärung ist. Die Detail-Verhandlungen und die nötigen Zustimmungen dürften etliche Monate in Anspruch nehmen. Erst für Ende 2019 wird damit gerechnet, dass dann die Transaktion abgeschlossen sein könnte.

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