Die US-Börsen hatten den Zinsentscheid der US-Notenbank bereits zuvor eingepreist. Auch die Stellungnahme des Notenbankpräsidenten Jerome Powell geriet eher zur Aufzählung seiner Möglichkeiten, angesichts wachsender Konjunktursorgen einer Abschwächung gegenzusteuern. Einzig interessant war, dass 7 von 17 Währungshütern zugleich signalisierten, sie würden dieses Jahr noch eine weitere Zinssenkung nachlegen. Der Kapitalmarkt geht jedenfalls fest davon aus, dass noch eine kommt. Die japanische Notenbank hingegen hatte heute ihre Zinspolitik unverändert gelassen, aber die Möglichkeit einer Ausweitung der konjunkturstützenden Maßnahmen ab Oktober signalisiert.

Das prägende Ereignis für den Wochenverlauf waren jedoch die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien, die rund 5% der weltweiten Ölförderung lahmlegten. Der Ölpreis schnellte am Montag zeitweise so stark in die Höhe wie seit dem Golfkrieg Anfang der 1990er  Jahre nicht mehr. Das brachte naturgemäß auch die  Aktienmärkte unter Druck – allerdings geringer, als man vermutet hätte.

Die Ölpreise haben in den folgenden Tagen einen Teil ihrer massiven Gewinne wegen der Angriffe auf saudische Ölanlagen inzwischen wieder abgegeben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl (WTI) fiel wieder unter 60 USD, nachdem bekannt wurde, dass die Ölproduktion  Saudi- Arabiens bereits bis Ende September wieder komplett hergestellt sein wird. Ende September will Saudi-Arabien eine Kapazität von 11  Mio. Barrel Öl pro Tag erreichen und bis Ende November zwölf Mio.. Auch die Methan- und Erdgasproduktion wird zum Monatsende wieder auf dem normalen Niveau liegen.

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