Im wichtigsten Treffen, das neben dem G-20-Gipfel in Osaka stattfand, kamen US-Präsident Trump und Chinas Präsident Xi Jinping zuerst einmal überein, die im Mai abgebrochenen Gespräche wieder aufzunehmen. Trump hatte sich bereit erklärt, einige gegenüber dem  Technologiekonzern Huawei verhängte Restriktionen fallen zu lassen, um Geschäfte mit seinen US-Lieferanten wieder zu ermöglichen. Außerdem wird es  vorerst keine neuen Zölle auf chinesische Exporte geben. Hier standen zuletzt noch weitere 300 Mrd. USD an Importware im Feuer.

Umgekehrt erklärte sich China bereit, mehr US-Agrarprodukte zu importieren. Dass sich die chinesische Wirtschaft nicht in der allerbesten  Verfassung befindet, hatte am Dienstagabend Premierminister Li Keqiang auf dem World Economic Forum selbst zugegeben. Daher steht eine Lockerung  der Deckelung für Beteiligungen ausländischer Investoren 2020 auf der Agenda – vor allem geht es um die Öffnung des Industriesektors, im Speziellen um die Autoindustrie.

Mit der Aufgabe des Huawei-Banns hat Trump den Konflikt wesentlich entschärft und außerdem signalisiert, dass es zu keiner wesentlichen Veränderung des US-chinesischen Handelsbeziehungen kommen wird – nationale Interessen hin oder her. Hätte er an dieser Stelle weitergemacht, wären die US-Farmer die letzten gewesen, die ihn 2020 wiedergewählt hätten. China seinerseits dürfte nun alles daran setzen, sich von den zutage getretenen Abhängigkeiten zu  lösen. Das betrifft Schlüsseltechnologien wie Roboter, Elektrofahrzeuge und künstliche Intelligenz im Allgemeinen. Davon wird auch der  Überwachungsstaat“ China profitieren.

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