Das Folgende hat auf den ersten Blick eher technischen Charakter. Doch für die praktischen Rahmenbedingungen an den Anleihenmärkten ergibt  sich doch eine deutliche Tragweite. Es geht um neue Referenzsätze bei Zinsen. Sie erinnern sich:

In den vergangenen Jahren kamen immer wieder Manipulationen der bisherigen Referenzzinssätze wie LIBOR, EURIBOR und EONIA durch beteiligte  Banken ans Licht. Das hat diese Referenzzinssätze, die als Grundlage für etliche Derivate wie auch beispielsweise für variabel verzinste Anleihen eine große  Rolle spielen, letztlich stark in ihrer Vertrauensstellung am Markt beschädigt. Deshalb hatten in den vergangenen Jahren die großen Noten- und Zentralbanken beschlossen, hier neue Zinssätze zu definieren.

Für die Bankbranche sicherlich ein absoluter Kraftakt, der auch nicht sehr billig werden wird. Denn letztlich fallen nicht nur etliche  Vertragsänderungen an, sondern müssen auch IT-Systeme grundlegend neu aufgestellt werden. Das gilt insbesondere im Retail-Geschäft, während im  Interbankenhandel in der Regel meist Rahmenverträge vorherrschen, die den Arbeitsaufwand einer Umstellung entsprechend überschaubar halten.

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