Saisonal bedingt ist der Rohölverbrauch in den USA im vierten Quartal am größten. Jedoch muss dies nicht zwangsläufig auch einer höheren Nachfrage am Markt für Rohöl in diesem Zeitraum entsprechen.

In den großen US-Förderstaaten unterliegen die Raffinerien einer zusätzlichen Steuer auf Rohölbestände zum Jahresende. Das veranlasst sie,  möglichst so zu kalkulieren, dass Bestände heruntergefahren und Nachkäufe weitestgehend bis in den Januar verzögert werden können. Schon  mit dem Ende des Sommers beginnen die Raffinerien, ihre Lagerbestände auszubauen, um mit Blick auf fallende Temperaturen die spürbar steigende Nachfrage an Heizöl sicherzustellen. Außerdem soll auch der höhere Verbrauch an Benzin und Kerosin während des  Feiertagsverkehrs wie zu Thanksgiving und Weihnachten abgedeckt werden.

Unabhängig von der saisonalen Entwicklung sehen wir weiter steigende Rohölbestände, die auf die Preise drücken. Das ließ die OPEC  zusammen mit Russland zu der Übereinkunft kommen, die bestehende Produktionsdrosselung bis März 2020 zu verlängern. Hiermit wolle man  der in letzter Zeit stark gestiegenen US-Ölförderung entgegenwirken.

Diese könnte sich sogar noch erhöhen, wenn Fracking-Firmen neue Wege finden, noch günstiger zu fördern und so das „OPEC-Öl“ aus dem  Markt zu drängen. In diesem Zusammenspiel haben sich allein in der letzten Woche die US-Lagerbestände um rund 3 Mio. Barrel erhöht.

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